IFLA 2011 revisited

Der IFLA-Kongress 2011 in San Juan, Puerto Rico, war für mich geprägt durch die vielfältigen Aktivitäten der New Professionals Special Interest Group (NPSIG) und eine Reihe von Sessions und business meetings, die für mich als Convenor dieser Gruppe auf dem Programm standen.

Trotz viel zu kalt eingestellter Klimaanlange verlief das Caucus-Meeting der deutschsprachigen Teilnehmer u. a. mit Neuigkeiten vom IFLA-Nationalkomitee und Kurzberichten aus den IFLA-Gremien wie immer angenehm entspannt. Sogar IFLA-Präsidentin Ellen Tise schaute kurz vorbei und bedankte sich für die Unterstützung in den vergangenen zwei Jahren ihrer Amtszeit. Beim Überblick über die Aktivitäten deutscher Kollegen innerhalb der Sektionen und Special Interest Groups fiel auf, wie enorm viele Posten diese zur Zeit eigentlich besetzen.

Zu Beginn jeder IFLA-Konferenz findet für die vielen Erstteilnehmer mit der Newcomers Session eine ganz spezielle Veranstaltung statt. In lockerer Atmosphäre geben Personen aus unterschiedlichsten Bereichen des Verbands einen Einblick in die Welt von IFLA, speziell in den Ablauf und die Besonderheiten eines IFLA-Kongresses. Nebenbei erzählen sie auch von ihren eigenen Erfahrungen auf IFLA-Terrain. Die Session soll den „First Timers“ vor allem praktische Tipps an die Hand geben, wie man sich als Neuling auf einem IFLA-Kongress am besten organisiert und die vielen Chancen auf interessante Kontakte effektiv nutzen kann. Da erfahrungsgemäß viele Studierende und Berufseinsteiger in dieser Session zu finden sind, passte es gut, dass ich in diesem Jahr ein bisschen aus der Perspektive eines Studenten auf IFLA erzählen und die Aktivitäten der NPSIG vorstellen konnte (Titel: „The New Professionals at the congress… focus on the young at heart“). Nach der Session kamen dadurch auch gleich ein paar sehr angeregte Gespräche mit Leuten aus dem Publikum zustande.

Ein Highlight für mich in diesem Jahr war ohne Frage die Off-site Session der NPSIG, auf die wir innerhalb unserer Gruppe schon seit Ende 2010 hingearbeitet hatten. Nach so viel Vorbereitung macht es mir immer am meisten Spaß, solch eine Session vor Ort zu organisieren (in diesem Fall hieß das auch: zu moderieren) und zu sehen, wie die Ideen und das Programm in der Umsetzung funktionieren. Unter dem Titel “New Professionals beyond New Professionals – skills, needs and strategies of a new generation of LIS professionals” gab es für die ca. 40 Teilnehmer ein abwechslungsreiches Programm mit vielen Möglichkeiten zu Austausch und Vernetzung untereinander.

Teilnehmer der Off-site Session
Teilnehmer der NPSIG Off-site Session

Nach der Begrüßung und einigen Dankesworten eröffnete IFLA-Past President Claudia Lux die Session mit ihrer Keynote „Change – change – change“ und gab darin zugleich Rückblick, Momentaufnahme und Ausblick auf das Berufsbild „LIS professional“ und immer wiederkehrende Herausforderungen im Informationsalltag. Beim anschließenden speed networking waren die Teilnehmer zum ersten Mal aktiv gefragt: Angelehnt an das speed dating bildeten wir zwei große Stuhlkreise, in denen sich die Teilnehmer paarweise gegenübersaßen. Innerhalb einer Runde hatten diese dann drei Minuten Zeit, um sich kurz mit ihrem Gegenüber auszutauschen, bevor die Plätze gewechselt wurden. In den folgenden 30 Minuten hatte auf diese Weise jeder in der Runde die Möglichkeit, mit fünf verschiedenen Personen zu networken. Das Konzept hat wunderbar funktioniert: Alle hatten sichtlich Spaß an diesem neuen Format und konnten ganz spielerisch viele Kontakte untereinander knüpfen.

In der zweiten Hälfte der Session präsentierten vor Allem New Professionals in insgesamt 12 Kurzvorträgen ein breites Spektrum an Themen, ausgerichtet an den fünf Schwerpunkten unseres Calls for Papers. Dazu gehörten zum Beispiel Erfahrungsberichte über die Arbeit mehrerer Generationen am Arbeitsplatz oder die Integration von Web 2.0 in eine Universitätsbibliothek, best practices über eine Summer School für junge rumänische Bibliothekare und das „Knowledge River Model“, praktische Hilfestellungen zu Jobsuche und Arbeitseinstieg oder auch eher allgemeinere Betrachtungen über den „Community Manager in Libraries“ und Schlüsselkompetenzen von LIS Professionals im 21. Jahrhundert.

Auch in diesem Jahr lud Ingrid Parent wieder zur President-Elect Planning Session ein, um das Motto ihrer anstehenden IFLA-Präsidentschaft mit den Teilnehmern zu diskutieren. Lautete der Arbeitstitel ihres Presidential Themes beim IFLA-Kongress 2010 in Göteborg noch “Libraries shape our future”, so hatte Parent es inzwischen aufgrund von Anregungen der damaligen Planning-Session und weiterer Treffen in “Libraries – A force for change“ umformuliert. Nicht verändert hatten sich hingegen die vier Unterthemen, nach denen Bibliotheken Menschen und ihre Gesellschaft vor allem dadurch prägen, dass sie inclusive, transformative, innovative und convergent sind.

President-Elect Planning Session

President-Elect Planning Session

Bevor die Teilnehmer in Gruppendiskussionen ihre eigenen Sichten auf diese vier Bereiche und das übergreifende Motto diskutierten, gaben vier Gastredner zu jeweils einem Thema einige Denkanstöße aus ihrem Arbeitsumfeld heraus. Ich durfte mich dabei mit dem Themenblock Innovation auseinandersetzen. Unter dem Titel „Outreach to New Professionals and their inclusion in the IFLA network from the NPSIG perspective“ gab ich einen Einblick in die Arbeitsweise unserer Special Interest Group und erläuterte anhand von Beispielen, wie wir durch den intensiven Einsatz verschiedener social media-Angebote dazu in der Lage sind, New Professionals weltweit zu erreichen und zur Mitarbeit in unserer Gruppe zu gewinnen. Die drei weiteren Redner gaben beeindruckende Einblicke in die speziellen bibliothekarischen Herausforderungen im Hinblick auf das Kulturgut der Maori in Neuseeland (Anahera Morehu), die Informationsversorgung der Menschen in Kenia (Richard Atuti) sowie die Gestaltung multikultureller Programme durch die Queens Library in New York City (Loida Garcia-Febo). Zur Auswertung der Gruppendiskussionen bleibt festzuhalten, dass das neuformulierte Presidential Theme „Libraries – A force for change“ breite Zustimmung unter den Teilnehmern fand.

ausgelassene Stimmung beim MLAS Standing Committee

ausgelassene Stimmung beim MLAS Standing Committee

Als Convenor der NPSIG bin ich automatisch auch Beisitzer oder sogenannter observer, wenn das Standing Committee unserer sponsoring section, der Management of Library Associations Section (MLAS), tagt. Im Rahmen der beiden Treffen in San Juan wurde in einer vollbepackten Agenda viele Dinge besprochen und festgelegt, darunter Berichte von Konferenzen und Arbeitstreffen des letzten Jahres, die Umsetzung des Strategic Plans von IFLA durch MLAS sowie Pläne für das kommende Mid-Termin Meeting in Berlin und die MLAS Session beim IFLA-Kongress 2012 in Helsinki (im kommenden Jahr werden MLAS und NPSIG gemeinsam eine Session organisieren). Bei der Wahl der Standing Committee Officers wurde Gerald Leitner zum neuen Chair der Sektion ernannt und löst damit Janice Lachance nach ihrer zweiten Amtszeit ab. Silvia Stasselova bleibt der Sektion für weitere zwei Jahre als Secretary erhalten. Zum dritten Mal kam das Standing Committee noch einmal Ende der Woche zum gemütlichen social dinner in Old San Juan zusammen.

IFLA Communicator of the Year 2011: NPSIG!
IFLA Communicator of the Year 2011: NPSIG!

Generell waren das Interesse an New Professionals und den Aktivitäten der NPSIG sowie der Zuspruch aus verschiedensten Richtungen innerhalb IFLAs in diesem Jahr immens, manchmal geradezu überwältigend. Krönung des Ganzen war die Verleihung des IFLA Communicator of the Year Awards 2011 an die NPSIG bei der Closing Session. Die oben besprochenen Sessions und viele Gespräche zwischendurch führten zu interessanten Anfragen zur Zusammenarbeit, Einladungen zu Vorträgen oder der Frage nach Unterstützung bei der Förderung und Einbeziehung vom bibliothekarischen Nachwuchs in IFLA und nationale Bibliotheksverbände. Letzteres wurde beim National Associations Meeting im Plenum durchaus auch kritisch besprochen, als es um den Stand der Dinge bei IFLA ging. Sicherlich gibt es noch viel zu tun, um neue und jüngere Köpfe besser in die Aktivitäten und Gremien von IFLA zu integrieren. Ich sehe allerdings in diesem Jahr schon viele gute Ansätze dazu, zum Beispiel durch das aktive Einbeziehen von Studierenden in das IFLA Presidential Meeting, den Ausbau des Adopt a Student-Programms oder auch einigen konkreten Fällen in anderen Sektionen, in denen diese Einbeziehung schon erfolgreich praktiziert wird. Mit dem International Librarianship Leadership Development Programme als einer von fünf Kernaktivitäten von IFLA in 2011-2012 steht ein weiteres vielversprechendes Projekt in den Startlöchern. Und schließlich tun wir mit der NPSIG alles, was wir können, um diesen Prozess zu unterstützen! Ich bin jedenfalls schon sehr gespannt und zuversichtlich, was das kommende Jahr und den IFLA-Kongress 2012 in Helsinki angeht!

Puerto Rico - wunderschönes und vielfältiges Land!
Puerto Rico – wunderschönes und vielfältiges Land!

(Der Bericht wurde anlässlich des IFLA-Stipendiums von BI-International geschrieben und ist zusammen mit denen der anderen Stipendiaten in leicht veränderter Form demnächst auch hier zu finden.)

LIBREAS-Podcast zur New Professionals Special Interest Group (IFLA)

Mein letzter Blogeintrag liegt jetzt schon eine ganze Weile zurück… Es ist aber nicht so, dass seitdem nichts Interessantes mehr passiert wäre, über das es sich zu berichten lohnte. Ganz im Gegenteil! Vor allem die Inetbib-Tagung und kurze Zeit später das BibCamp waren dieses Jahr extrem spannend und haben mir viele wichtige Impulse für meine aktuellen Projekte mitgegeben. Es fehlte allerdings immer wieder die Zeit, um darüber hier zu schreiben (zum Glück ging das nicht allen so, wie man zum Beispiel hier schön sehen kann). Meine freien Kapazitäten flossen stattdessen zu einem großen Teil in die Arbeit der New Professionals Special Interest Group (NPSIG) der IFLA, in der ich seit diesem Jahr aktiv bin. Und damit komme ich auch zum Anlass dieses Eintrags…

Anfang Mai bekamen Dierk und ich in einem LIBREAS-Podcast die schöne Gelegenheit, über Aufgaben und Ziele der NPSIG, unsere konkreten Aktivitäten innerhalb der Gruppe, New Professionals und Konferenzen im Allgemeinen und vieles andere zu reden. Seit Kurzem steht das Interview zum Nachhören und -lesen online. Da inzwischen schon über zwei Monate ins Land gezogen sind, sich die NPSIG weiterentwickelt hat und man bei solch einem Interview sowieso immer noch viel mehr hätte sagen können, gibt’s im Folgenden noch einen Kommentar bzw. Ergänzungen zu einigen Aspekten:

  • New Professionals gehören zwar häufig einer eher jüngeren Generation an, es bedeutet aber nicht zwangsläufig jung zu sein. Man denke nur an die teils größeren Altersschwankungen unter Studierenden an den Hochschulen (u. a. aufgrund von Erst-/Zweitstudium, Ausbildung/Berufserfahrung davor), die dann natürlich auch beim (erneuten) Berufseinstieg erhalten bleiben. (Noch einmal zurück zum BibCamp: Dass Technologieaffinität, Aufgeschlossenheit gegenüber „Web2.0″,  semantic web usw. häufig altersunabhängig sind und von ganz anderen Faktoren beeinflusst werden, wurde auch dort in einer der Sessions diskutiert.) Wir stürzen uns aber aus den im Interview genannten Gründen trotzdem gerade auf die junge Generation: Die IFLA ist zur Zeit vor allem auf den beruflichen Nachwuchs (und zwar wörtlich ;) ) angewiesen. Weiterlesen

IFLA Headquarter und IT-Arbeitstreffen – Eindrücke aus Den Haag

Wenn ihr schon immer einmal wissen wolltet, wie es im IFLA Headquarter in Den Haag aussieht, dann werft gerne einen Blick auf diesen Bericht im Blog der New Professionals Special Interest Group. Er fasst ein sehr interessantes Arbeitstreffen zusammen, in dem es Anfang Februar darum ging, die zukünftigen Online-Angebote der IFLA mitzugestalten. Die Belange  der New Professionals wurden dabei glücklicherweise auch sehr gut berücksichtigt.

auf dem Weg ins IFLA Headquarter...

auf dem Weg ins IFLA Headquarter...

BOBCATSSS 2010 – Rückblick

In der letzten Woche ist BOBCATSSS 2010 in Parma, Italien, erfolgreich über die Bühne gegangen. Obwohl ich schon mehrere Male dabei war, hatte die Konferenz „von Studierenden für Studierende“ dieses Jahr einiges Neues für mich zu bieten. Höchste Zeit also, noch einmal auf einige der Ereignisse der letzten Woche zurückzublicken…

Vorspiel – Abstecher nach Venedig

Normalerweise würde ich mich mit dem Flugzeug auf den Weg nach Italien machen. Da die Termine dafür aber etwas ungünstig lagen, entschlossen wir uns in einer größeren Gruppe von Berlinern und Potsdamern kurzerhand dazu, den Weg nach Parma mit dem Zug zurückzulegen. Die Abteile eignen sich zwar nicht besonders gut zum Schlafen, aber wir hatten viel Spaß und haben nebenbei einiges von der Strecke gesehen. Außerdem konnten wir dadurch einen Zwischenhalt in Venedig einlegen und dort fast den gesamten Sonntag verbringen.

Venedig am Morgen

Venedig am Morgen

Durch die besonderen Umstände unserer Ankunft (Sonntagmorgen um halb sechs im Januar – wer ist da normalerweise schon wach…) kamen wir in den Genuss, während der Morgendämmerung bei kaltem, klaren Wetter durch ein fasst ausgestorbenes Venedig zu spazieren – wunderschön! Ebenfalls sehr beeindruckend war später am Tag der Besuch des Dogenpalasts, dessen Inneres ich noch nicht kannte. Man glaubt beim Durchlaufen der vielen Räume für die unterschiedlichen politischen Gremien nicht, dass es immer noch prunkvoller und größer geht – bis man in den nächsten Saal tritt. ;) Jedenfalls verschlägt es einem im Positiven Sinne mehrere Male fast den Atem aufgrund der Fülle an Details und den Dimensionen, mit denen die Macht und der Reichtum der ehemaligen Republik dargestellt werden. Dabei tauchen neben geschichtlichen Ereignissen immer wieder bestimmte religiöse Symbole und Personen auf, wie die beiden Schutzgötter Venedigs, Mars und Neptun, oder der charakteristische Markuslöwe. Am Abend ging es schließlich nach Parma weiter, wo ja am nächsten Morgen auch schon BOBCATSSS auf uns wartete…

Schwerpunkt: IFLA & New Professionals

In diesem Jahr war es für mich durch meine Aktivitäten bei der IFLA New Professionals Special Interest Group (NPSIG) logischerweise besonders wichtig, möglichst viel Networking zu betreiben und Werbung für IFLA und die NPSIG zu machen. Im Zentrum davon stand auf jeden Fall der IFLA Workshop am ersten Tag, zu dem sich als Co-Moderatorin freundlicherweise IFLA-Präsidentin Ellen Tise zur Verfügung gestellt hatte, da sie eh schon für die Opening Ceremony angereist war. Unter dem Titel “Bridging the gap – Involving new professionals in the international development of our profession in the digital world” stellten wir zunächst die IFLA im Allgemeinen und Initiativen für New Professionals im Speziellen vor (u. a. das “Adopt a Student”-Programm, den IFLA LIS Student Paper Award und natürlich die NPSIG).

Brainstorming

Brainstorming

Im anschließenden Brainstorming baten wir die Teilnehmer, sich in Gruppen über die folgenden drei Themenkreise (inklusive weiterführender Fragen) Gedanken zu machen: Weiterlesen

Convenor der IFLA New Professionals Special Interest Group

Durch Kontakte während meiner New Yorker Zeit und vor allem während der IFLA in Mailand habe ich nun die großartige Möglichkeit bekommen, die New Professionals Special Interest Group (NPSIG) für dieses Jahr als Convenor zu koordinieren!

Worum es dabei geht: Mit „New Professionals“ ist eine neue Generation im LIS-Bereich gemeint, die sich gerade kurz vor dem Berufseinstieg befindet bzw. schon im Beruf steht. In der NPSIG sollen Themen diskutiert und vertreten werden, mit denen die New Professionals verstärkt konfrontiert sind: Weiterentwicklung des Berufsbilds, damit verbunden neue Kompetenzen, veränderte Stellenprofile, Tariffragen und weitere Herausforderungen wie der sogenannte „generational shift“ innerhalb der Profession („digital natives vs. digital immigrants“).

Da außerdem ein gut ausgebautes Networking und ein früher Einstieg in die LIS-Community über Konferenzen und Fachaustausche heutzutage immer wichtiger werden, geht es in der Arbeit der NPSIG vor allem auch darum, New Professionals weltweit zu vernetzen und für die aktive Teilnahme an Konferenzen und die Mitarbeit in Verbänden zu begeistern.

In der nächsten Zeit werden Dierk (neuer Information Coordinator) und ich uns nicht nur darum kümmern, die Webseite der NPSIG auf Vordermann zu bringen, es stehen mit einem Workshop bei BOBCATSSS Ende Januar und einem Arbeitstreffen in Den Haag Anfang Februar auch schon zwei sehr interessante Termine auf dem Programm. Hinzu kommt, dass ich über die Aktivitäten der NPSIG meine Magisterarbeit schreiben möchte.

Das wird auf jeden Fall eine spannende Zeit! Ich halte euch auf dem Laufenden.

Ein langes Wochendende in Oxford, Stonehenge und London: Über Harry Potter, süchtig machende Fleischpasteten und jede Menge Bibliotheken

Am vergangenen Wochenende hatte ich die schöne Gelegenheit, eine Freundin in Oxford zu besuchen. Obwohl sich das Wetter mit viel Regen leider eher von seiner typisch britischen Seite zeigte, habe ich doch eine Menge Sightseeing gemacht und dabei auch die ein oder andere Bibliothek besucht. Am Sonntag und Montag war noch Zeit für Tagesausflüge nach Stonehenge und London. Von dem ganzen Touristenprogramm mal abgesehen hat mich auch das Essen ziemlich begeistert, aber dazu später mehr… ;)

Oxford – „a bookish kind of place“

Bei dem Namen „Oxford“ denken die meisten wahrscheinlich als erstes an die weltbekannte Universität dort und an die Rivalität dieser zur University of Cambridge. Wenn man in Oxford unterwegs ist, merkt man alleine durch das Stadtbild tatsächlich an allen Ecken und Enden, dass man sich in einer Universitätsstadt aufhält: Denn Studieren in Oxford heißt nicht nur, an der University of Oxford eingeschrieben zu sein, sondern gleichzeitig Mitglied an einem von insgesamt 38 Colleges zu werden, die sich alle über die Stadt verteilen. Da diese Colleges in der Regel über sehr viel Geld und eine Jahrhunderte alte Geschichte verfügen, residieren sie in entsprechend prunkvollen Gebäudekomplexen mit eigenen Wohnhäusern, Bibliotheken sowie durch ihren häufig klerikalen Hintergrund auch Kirchen und Klostergängen. Verbunden mit einer starken Tradition und vielen Ritualen aus früheren Zeiten (+ Kleidungskodex, Wappen usw.) mag einem das zwar manchmal als etwas abgehoben erscheinen – oder wie der Lonely Planet an einer Stelle augenzwinkernd kommentiert:

Oxford is a conservative, bookish kind of place where intellectual ideals are the common currency and pursuit of excellence the holy grail.

Aber auf der anderen Seite macht es auch viel Spaß, diese besondere Umgebung zu erkunden und die Atmosphäre der Colleges auf sich wirken zu lassen. Normalerweise dürfen nur Studenten das Gelände und die Einrichtungen der Colleges betreten. Wenn man jedoch altersmäßig nicht ganz aus dem Rahmen fällt und sich nicht allzu touristisch verhält, kann man durchaus mal einen Blick ins Innere riskieren, ohne gleich vom Pförtner zurückgerufen zu werden… ;)

Christ Church College – Auf den Spuren von Harry Potter und Alice im Wunderland

Eines der wohlhabendsten seiner Art ist das Christ Church College, dessen riesige Anlage man gegen Eintritt sogar ganz offiziell besuchen kann. ^^ Highlights des Rundgangs sind die Christ Church Cathedral und der Speisesaal des Colleges.

Christ Church Cathedral

Christ Church Cathedral

Während die Kathedrale als Kirche des Bistums Oxford fungiert und das Zu Hause des berühmten Christ Church Cathedral Choir ist, kommen gerade in den letzten Jahren haufenweise Besucher, um sich die Dining Hall des Colleges anzugucken. Auf genau diese geht nämlich der Speisesaal aus Hogwarts in sämtlichen Harry Potter-Filmen zurück… Weiterlesen

LIS-Corner auf der Frankfurter Buchmesse 2009

Die drei Fachbesuchertage auf der Frankfurter Buchmesse sind vorbei, heute werden die Tore für das breite Publikum geöffnet. Ich bin seit Montag als Teil von LIS-Corner mit dabei. Wir stellen wie im letzten Jahr mit fünf LIS-Hochschulen aus Deutschland und der Schweiz auf einem Gemeinschaftsstand unsere Studiengänge vor, präsentieren aktuelle Projekte, an denen wir arbeiten, und zeigen dem Messepublikum auf diese Weise, was moderne BibliothekarInnen bzw. InformationsspezialistInnen heutzutage ausmacht. Darüber hinaus können wir uns bei dieser Gelegenheit untereinander kennenlernen, vernetzen und Ideen austauschen. Und letztlich macht es einfach unglaublich viel Spaß, eine Woche lang als Aussteller auf der Frankfurter Buchmesse zu sein und damit auch ein bisschen was von der Atmosphäre „backstage“ mitzukriegen.

LIS-Corner 2009

LIS-Corner 2009

Weitere Informationen über LIS-Corner auf der Frankfurter Buchmesse 2009 findet ihr tagesaktuell in unserem Blog, angereichert mit vielen Fotos und Videos.

Read and reap – Eine Lesekampagne aus Singapur

Hier noch schnell ein kurzer Hinweis auf eine interessante Lesekampagne, auf die ich gestern beim Überfliegen der ausgelegten Flyer im Kongressgebäude gestoßen bin… Unter dem Titel Read & reap veröffentlicht das National Library Board Singapore regelmäßige kurze Leseproben, die zum Weiterlesen anregen sollen:

Read and Reap is all about reaping the harvests of reading. It is more than just reading. It is a newly launched reading initiative by NLB that encourages the seeds of ideas to grow from reading a single literary extract from a book (of course we hope that you will pick up the book too) and from that, spark a whole new reading and sharing experience centered around reading.

Was auf der Webseite relativ unspektakulär präsentiert wird (Beispiel), gewinnt durch das spielerische Design der Flyer ungemein an Wirkung (auf die Flyer kommt es der Kampagne ja wohl auch am meisten an):

Read & reap

Read & reap

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„Not every sound disturbs librarians“: Konzertabend in der Scala

Am letzten Sonntag stand das erste große Social Event auf dem Programm. Da die Konzertsaison erst im September startet, hatte man extra für die IFLA einen Konzertabend in der Scala organisiert, was sich die Teilnehmer natürlich nicht entgehen lassen konnten. Unter dem Motto „Not every sound disturbs librarians“ standen mehrere Opernarien und die „Italienische“ Symphonie Nr. 4 von Mendelssohn auf dem Programm.

La Scala

La Scala

An diesem Abend hatte ich eine meiner beiden Volunteer-Schichten zu absolvieren. Weiterlesen

Librarians on the catwalk / Poster Session / Goethe-Empfang

Gestern konnte ich wirklich eine Menge Eindrücke und Anregungen zum Thema Library Advocacy aus den Sessions mitnehmen. Bis zum Mittag wurden im ersten Teil der Veranstaltung Librarians on the catwalk: communicating for advocacy to influence policy and practice eine Reihe von Best practices aus den unterschiedlichsten Ländern vorgestellt, so unter anderem:

Als Quintessenz aller vorgestellten Projekte formulierte die Moderatorin, dass man im Bereich Library Advocacy einen ganzheitlichen Ansatz verfolgen sollte, der möglichst alle beteiligten Akteure einbezieht. In diesem Zusammenhang stelle sich jedes Mal aufs Neue die Frage, wer in einer bestimmten Umgebung diese Akteure sind und wie man die Kommunikation mit ihnen gestaltet. Einige der Projekte waren übrigens auch auf der anschließenden Poster Session vertreten, die wie auch im letzten Jahr wieder sehr gut besucht war…

Poster Session

Poster Session

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