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Rambazamba in Porto – Auftakt zu BOBCATSSS 2009

Endlich ist es soweit – Bobcatsss begins…

… und der Regen geht weiter. Doch er hielt uns nicht ab, rechtzeitig aufzustehen, einen kurzen Stopp beim Bäcker einzulegen und uns zur Opening Ceremony in die heiligen Hallen der Universität von Porto zu bewegen. Umrahmt von einer jungen, temperamentvollen portugiesischen Band begrüßten uns die diesjährigen Bobcatsss-Organizers aus Portugal und Finnland.

Rambazamba-Band

Rambazamba-Band

Nach der Preisverleihung des EUCLID-Awards “Bobcatsss of the Year 2008” an Tom Wilson als LIS-Urgestein und Mitbegründer von EUCLID ging es in den keynote speeches rund… Tim Wilson eröffnete mit “Thinking about the future” und einigen Gedanken über die nahe und ferne Zukunft der Bibliotheks- und Informationswissenschaft. Fazit seines Vortrags: We have to be prepared for a diversity of different futures! Damit war der interessante Teil der Opening Ceremony leider schon vorbei. Die beiden folgenden keynotes (oder in Anbetracht der Länge eher “Vorlesungen” 😉 ) von Kimmo Tuominen (“Cognitive authority and Web 2.0”) und Fernanda Ribeiro (“Information Science: from disciplinary unity to the diversity of the profession”) ließen sich aufgrund von kaugummiartiger Wortbelästigung und expandierenden Textpassagen nur schwer verfolgen. Den Bauch voller gutem Mensaessen verstreute sich das Teilnehmerfeld am späten Mittag auf die erste Session der Konferenz, den ersten Teil der Posterpresentation und eine spärlich besuchte Firmenpräsentation. Jetzt freuen wir uns auf einen gemütlichen Ausklang des ersten Konferenztages beim Welcome Party-Dinner.

P.S.: Apologies for cross-posting… 😉

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lessons learned – IFLA

Registration

  • verlief total unkompliziert
  • Auch wenn es mittlerweile vielleicht Standard ist: Das Programm im Taschenformat hat mir gut gefallen.

Standing Committees

  • Der interessanteste Part für mich, weil ich bei den Standing Committees einen direkten Einblick in die IFLA-Arbeit verschiedener Sektionen bekommen konnte.

Was mir besonders aufgefallen ist

  • Standing Committees sind immer auf (institutioneller) Mitgliedersuche. 😉
  • In allen drei Sitzungen spielten natürlich auch die finanziellen Mittel der Sektionen jeweils eine Rolle, die aber interessanterweise nur unterschiedlich stark ausgeschöpft werden.
  • Die Neustrukturierung der IFLA divisions war ein großes Thema, dabei besonders die Fragen nach der zukünftigen Einordnung der Sektionen ins Ganze und nach möglichen Kooperation mit anderen Sektionen. Es war innerhalb der Diskussionen nicht ganz klar, ob das zukünftige Schema eher als Kooperationsbremse wirkt oder die bisherige Freiheit nicht einschränkt.
  • Wie schon angedeutet: Die Kooperation mit anderen Sektionen scheint sehr erwünscht zu sein.
  • Die Standing Committees sind vor allem auf der Suche nach Nachwuchs.
  • Durch eine angenehme Atmosphäre ist die Hemmschwelle zum Mitmachen auch als Observer sehr niedrig.
  • Man kommt zwar so schon gut ins Gespräch, viel besser dazu eignen sich aber bestimmt die zusätzlichen Treffen der Standing Committees abseits des Konferenzgeschehens (Abendessen usw.). Ich konnte durch meine Erkältung leider an keinem teilnehmen.

Sessions

  • Die eher unkonventionellen Sessions (u.a. Brainstorming Session und Global Literacy and Readig Fair) fand ich am interessantesten, weil man dort in direktem Kontakt zu anderen Leuten schnell neue Gesichter kennengelernt hat und in kleinen Arbeitsgruppen gut seine Gedanken austauschen konnte.
  • Ellen Tises Lieblingsformulierung: “in terms of” 😉
  • Gerne hätte ich mehr Discussion Groups erlebt. Das ist eine Art Vorstufe zur IFLA-Sektion. Ich war nur bei der “New Professionals Discussion Group”, die sich aber nicht sehr von normalen Sessions mit Publikum und Vorträgen unterschieden hat. Mich hätte einfach mal der Vergleich verschiedener Groups interessiert.

Social events

  • Im Nachhinein hätte man wirklich mehr aus den social events machen können…
  • Die Opening Session war zu lang, hätte zum Beispiel um ein paar unangebrachte Beiträge wie die Verleihung eines Ehrendoktors gekürzt werden können.
  • Bitte mehr authentische kulturelle Beiträge – nicht nur bei der Opening Session, sondern vor allem auch beim Cultural Evening! 😉
  • Die Closing Session war in vielerlei Hinsicht besser als die Opening Session – was zum Beispiel ihre Länge, die Musik und die Beiträge im Allgemeinen angeht.
  • Die Simultanübersetzer waren zum Teil überfordert, das müsste eigentlich besser gehen. Zudem gab es vor der Opening Session einen riesigen Stau vor der Ausgabe der Kopfhörer.
  • Fun-Night und kultureller Abend sollten besser außerhalb des Kongressgebäudes stattfinden; ein bisschen Abstand tut glaube ich auch mal ganz gut. 😉
  • Weiterer Kritikpunkt: Bei der Party wurden sehr schnell Buffet und weiteres Drumherum weggeräumt, bis nur noch der Dancefloor in einer riesigen leeren Halle übrigblieb. Das hat nicht gerade zu einer gemütlichen Atmosphäre beigetragen.

Poster Sessions

  • wie immer eine ideale Möglichkeit, um mit vielen Leuten ins Gespräch zu kommen
  • Die Poster Session Area wurde gut in das Konferenzgeschehen eingebunden.
  • Allerdings hätte die Aufstellung der Posterwände etwas ausgeglichener sein können.

Kongresszentrum

  • Ich habe noch niemals eine dermaßen kalte Klimaanlage über die Dauer einer kompletten Konferenz erlebt. Scheinbar konnte man da auch nichts dran ändern. Jedenfalls habe nicht nur ich eine Erkältung davongetragen…
  • Zum Teil musste man als Teilnehmer relativ lange Wege zurücklegen, und das in einem etwas unübersichtlichen und verwinkelten Gangsystem.
  • definitiver Pluspunkt: Es gab immer feinen Jazz auf den Toiletten. – Ein Hort der Entspannung und der Ruhe im allgemeinen Konferenzstress. 😉

Verpflegung

  • Vor allem in den ersten Tagen (standing committees) sehr dürftig. Außer Wasser gab es nicht mal Kaffee. ^^
  • Zum Teil schwankte die Versorgung aber auch von Session zu Session.
  • Das Essen bei den social events war gut, es hätte aber zum Beispiel bei der Party noch länger zur Verfügung stehen können (siehe oben).

Kontakte

  • Ich habe wirklich viele neue Leute kennengelernt. Mit einigen von ihnen stehe ich auch weiterhin in Kontakt.
  • Vielleicht ergibt sich aus einem der Gespräche sogar ein weiteres sehr interessantes Praktikum für mich. Darüber aber später mehr, wenn es soweit ist…

Kontakt zu deutschen Teilnehmern

  • Das Caucus Meeting gibt einen guten Einstieg: Man bekommt eine Übersicht über die deutschen Teilnehmer, sieht Gesichter und hört ein paar Namen.
  • Der Empfang des Deutschen Konsulats und des Goethe-Instituts von Montréal hat mir sehr gut gefallen und gab uns allen eine weitere schöne Gelegenheit, sich innerhalb der deutschen Teilnehmer auszutauschen.
  • für mich interessant: Im Verlauf der Konferenz kommt tatsächlich so etwas wie ein Wir-Gefühl auf, zumindest in manchen Situationen, wenn man zum Beispiel froh ist, ein altbekanntes Gesicht von zu Hause zu sehen, oder wenn man sich während eines social events auf einmal in einer komplett deutschen Gruppe wiederfindet – auch wenn man die jeweiligen Leute vielleicht noch gar nicht so gut kennt. Klingt eventuell alles komisch, was ich hier schreibe; aber vielleicht versteht ihr es ja.
  • Die IFLA bietet in der Hinsicht natürlich eine gute Möglichkeit, interessante und wichtige deutsche Kollegen einmal (besser) kennenzulernen. (Vor-)Kontakte sind dabei wie immer sehr hilfreich.

Kontakt zu internationalen Teilnehmern

  • Die Hemmschwelle bei der Kontaktaufnahme ist generell ziemlich niedrig. Es ergaben sich häufiger längere interessante Gespräche aus purem Zufall heraus.

spezielle Einsichten eines Newcomers

  • Ohne Visitenkarten fühlt man sich irgendwie nackig auf so einem Kongress. 😉 Zum Glück haben meine ausgereicht – ich hatte noch einige von vorigen Konferenzen übrig. Auf jeden Fall sollte man lieber zu viele mitnehmen, bevor man sich noch ärgert. Vielleicht trifft man ja noch DIE besondere Person.
  • Ich hatte mir meinen Tagesplan meistens viel zu voll gepackt. Das schafft ja keiner, man braucht auch mal Pausen. Also am besten Lücken für’s Bistro lassen. ^^
  • Die ersten Tage mit den ganzen Standing Committees gehen auch ohne Pause durch, wenn man mehrere Sitzungen besuchen möchte. Dieses Problem werden aber nicht so viele Leute haben, weil die meisten eh nur einer bzw. wenigen Sektionen verbunden sind.
  • Wann immer es geht – Leute ansprechen! Die meisten sind sehr offen, vor allem für Nachwuchs.
  • Mit konkreten Projekten in der Tasche ist es leichter, an die Leute heranzutreten.
  • Vorkontakte sind ebenfalls sehr hilfreich.

Und zum Abschluss noch eine generelle Tendenz, die mir wirklich häufig über den Weg gelaufen ist:

  • Die IFLA braucht Nachwuchs. Das hat man nicht nur bei solchen Veranstaltungen wie der Newcomersession oder dem New Professionals Forum gemerkt, sondern auch in diversen weiteren Sessions, persönlichen Gesprächen und einigen Reden im Rahmenprogramm.

Abgesehen von den negativen Punkten, die ich oben genannt habe, überwiegen deutlich die positiven Erfahrungen und Eindrücke. Daher lautet meine oberste lesson learned denn auch: Das war nicht meine letzte IFLA – Mailand, ich komme! 😉

Brainstorming, Poster Session I, Fun-Night

Gestern ist wieder eine Menge passiert. Morgens war ich bei der Brainstorming Session von Ellen Tise, der designierten Nachfolgerin von Claudia Lux – nennt sich President-Elect. Es ging darum, das Presidential Theme von Ellen Tise zu diskutieren, um ihr weitere Ideen für ihre Präsidentschaftszeit mit auf den Weg zu geben. Ihr Thema lautet “Libraries Driving Access to Knowledge”.

Brainsorming Session

Brainstorming Session

Die Veranstaltung fand im gleichen Raum statt wie die Global Literacy and Reading Fair, wir saßen also wieder an mehreren Tischen und konnten so in kleinen Gruppen zusammenarbeiten. Nach einer Einführung von Ellen Tise in ihr Thema hatten allerdings zunächst Mitglieder der verschiedenen Sections die Möglichkeit, sich aus ihrer inhaltlichen Sicht zu dem Präsidentschafts-Thema zu äußern. Interessanterweise bezogen sich dabei viele auf das “Driving” im Thema und wiesen immer wieder darauf hin, dass sie darin die Bibliothek in einer Führungsrolle und vor Allem aktiv agierend sehen.

Brainstorming Session

Brainstorming Session

Danach ging es daran, an den einzelnen Tischen zwei Thesen zu entwerfen, wie die IFLA bzw. Bibliotheken denn dieses Thema erfüllen können, also “Driving Access to Knowledge”. Wir haben in meiner Gruppe eigentlich eher nochmal ein kleines Brainstorming für uns durchgeführt, als zwei Thesen zu formulieren. Dabei ging es u.a. um die Bibliothek als sozialer Ort, der Leute aus verschienen Gesellschaftsschichten zusammenführt, und um Netzwerkbildung mit Institutionen aus dem lokalen Umfeld. Die Session dauerte noch viel länger, ich musste allerdings weiter zur Poster Session.

Bridges for Babylon

Bridges for Babylon

Die Poster Session hat mir viel Spaß gemacht. Das Gelände, auf dem die Poster ausgestellt sind, befindet sich teilweise innerhalb der Exhibition Hall, teilweise auf den Gängen davor. Dadurch kommen wirklich viele Leute vorbei. Unser Poster stellt die Ergebnisse des aktuellen Buchprojektes am Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaft vor. Es geht in “Brücken für Babylon” grob gesagt um interkulturelle Bibliotheksarbeit und Wege, wie vor Allem Öffentliche Bibliotheken diese erfolgreich umsetzen können. Ich hatte eine Menge interessanter Unterhaltungen mit überwiegend positivem Feedback, insofern bin ich sehr zufrieden mit der Poster Session. Heute geht es in die zweite Runde.

Fun-Night

Fun-Night

Der Tag klang dann noch mit einer Cocktail-Reception und anschließender Fun-Night aus (was für ein Titel…). Dabei haben die anwesenden Bibliothekare ihrem Ruf als Partylöwen mal wieder alle Ehre gemacht. 😉

evening reception

Eben komme ich vom Empfang des Deutschen Konsulats und des Goethe-Instituts Montréal für die deutschsprachigen Teilnehmer der IFLA. Die Veranstaltung war wirklich gelungen: Schickes Ambiente (Musée de la civilisation de Québec, Eintritt in Ausstellung inklusive), live-Musik und gute Verpflegung – auf jeden Fall eine gute Atmosphäre, um ins Gepräch zu kommen. Lustigerweise habe ich mich über weite Strecken des Abends mit zwei Leuten aus der New York Public Library unterhalten (dort mache ich im nächsten Frühjahr ein Praktikum, insofern hat das sehr gut gepasst), die über eine Kollegin des New Yorker Goethe-Institutes zum Empfang gekommen waren.