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IFLA 2008 – Nachlese in BuB 11/12 2008

Gerade ist das aktuelle Heft von BuB Forum Bibliothek und Information erschienen. Schwerpunkt diesmal ist ein ausführlicher Rückblick auf die IFLA 2008 unter dem Titel “Was bringt die IFLA?”, in dem verschiedene deutsche Teilnehmer über ihre persönlichen Erfahrungen mit der diesjährigen Konferenz und darüber hinaus mit der IFLA-Arbeit im Allgemeinen berichten. Ich habe mich natürlich sehr gefreut, auch einen kleinen Bericht aus Newcomersicht schreiben zu dürfen (Titel “Inspirierende Gespräche und nützliche Kontakte / Unterwegs als Newcomer beim IFLA-Weltkongress 2008”). Das komplette Inhaltsverzeichnis gibt es wie immer auf der Webseite von BuB Forum. Auch wenn der Schwerpunkt sicherlich in erster Linie an diejenigen adressiert ist, die nicht in Québec dabei sein konnten oder noch keine Erfahrungen mit IFLA-Konferenzen haben, bin ich ja schon sehr auf die Artikel der anderen Teilnehmer gespannt, mit denen ich so zu tun hatte.

lessons learned – IFLA

Registration

  • verlief total unkompliziert
  • Auch wenn es mittlerweile vielleicht Standard ist: Das Programm im Taschenformat hat mir gut gefallen.

Standing Committees

  • Der interessanteste Part für mich, weil ich bei den Standing Committees einen direkten Einblick in die IFLA-Arbeit verschiedener Sektionen bekommen konnte.

Was mir besonders aufgefallen ist

  • Standing Committees sind immer auf (institutioneller) Mitgliedersuche. 😉
  • In allen drei Sitzungen spielten natürlich auch die finanziellen Mittel der Sektionen jeweils eine Rolle, die aber interessanterweise nur unterschiedlich stark ausgeschöpft werden.
  • Die Neustrukturierung der IFLA divisions war ein großes Thema, dabei besonders die Fragen nach der zukünftigen Einordnung der Sektionen ins Ganze und nach möglichen Kooperation mit anderen Sektionen. Es war innerhalb der Diskussionen nicht ganz klar, ob das zukünftige Schema eher als Kooperationsbremse wirkt oder die bisherige Freiheit nicht einschränkt.
  • Wie schon angedeutet: Die Kooperation mit anderen Sektionen scheint sehr erwünscht zu sein.
  • Die Standing Committees sind vor allem auf der Suche nach Nachwuchs.
  • Durch eine angenehme Atmosphäre ist die Hemmschwelle zum Mitmachen auch als Observer sehr niedrig.
  • Man kommt zwar so schon gut ins Gespräch, viel besser dazu eignen sich aber bestimmt die zusätzlichen Treffen der Standing Committees abseits des Konferenzgeschehens (Abendessen usw.). Ich konnte durch meine Erkältung leider an keinem teilnehmen.

Sessions

  • Die eher unkonventionellen Sessions (u.a. Brainstorming Session und Global Literacy and Readig Fair) fand ich am interessantesten, weil man dort in direktem Kontakt zu anderen Leuten schnell neue Gesichter kennengelernt hat und in kleinen Arbeitsgruppen gut seine Gedanken austauschen konnte.
  • Ellen Tises Lieblingsformulierung: “in terms of” 😉
  • Gerne hätte ich mehr Discussion Groups erlebt. Das ist eine Art Vorstufe zur IFLA-Sektion. Ich war nur bei der “New Professionals Discussion Group”, die sich aber nicht sehr von normalen Sessions mit Publikum und Vorträgen unterschieden hat. Mich hätte einfach mal der Vergleich verschiedener Groups interessiert.

Social events

  • Im Nachhinein hätte man wirklich mehr aus den social events machen können…
  • Die Opening Session war zu lang, hätte zum Beispiel um ein paar unangebrachte Beiträge wie die Verleihung eines Ehrendoktors gekürzt werden können.
  • Bitte mehr authentische kulturelle Beiträge – nicht nur bei der Opening Session, sondern vor allem auch beim Cultural Evening! 😉
  • Die Closing Session war in vielerlei Hinsicht besser als die Opening Session – was zum Beispiel ihre Länge, die Musik und die Beiträge im Allgemeinen angeht.
  • Die Simultanübersetzer waren zum Teil überfordert, das müsste eigentlich besser gehen. Zudem gab es vor der Opening Session einen riesigen Stau vor der Ausgabe der Kopfhörer.
  • Fun-Night und kultureller Abend sollten besser außerhalb des Kongressgebäudes stattfinden; ein bisschen Abstand tut glaube ich auch mal ganz gut. 😉
  • Weiterer Kritikpunkt: Bei der Party wurden sehr schnell Buffet und weiteres Drumherum weggeräumt, bis nur noch der Dancefloor in einer riesigen leeren Halle übrigblieb. Das hat nicht gerade zu einer gemütlichen Atmosphäre beigetragen.

Poster Sessions

  • wie immer eine ideale Möglichkeit, um mit vielen Leuten ins Gespräch zu kommen
  • Die Poster Session Area wurde gut in das Konferenzgeschehen eingebunden.
  • Allerdings hätte die Aufstellung der Posterwände etwas ausgeglichener sein können.

Kongresszentrum

  • Ich habe noch niemals eine dermaßen kalte Klimaanlage über die Dauer einer kompletten Konferenz erlebt. Scheinbar konnte man da auch nichts dran ändern. Jedenfalls habe nicht nur ich eine Erkältung davongetragen…
  • Zum Teil musste man als Teilnehmer relativ lange Wege zurücklegen, und das in einem etwas unübersichtlichen und verwinkelten Gangsystem.
  • definitiver Pluspunkt: Es gab immer feinen Jazz auf den Toiletten. – Ein Hort der Entspannung und der Ruhe im allgemeinen Konferenzstress. 😉

Verpflegung

  • Vor allem in den ersten Tagen (standing committees) sehr dürftig. Außer Wasser gab es nicht mal Kaffee. ^^
  • Zum Teil schwankte die Versorgung aber auch von Session zu Session.
  • Das Essen bei den social events war gut, es hätte aber zum Beispiel bei der Party noch länger zur Verfügung stehen können (siehe oben).

Kontakte

  • Ich habe wirklich viele neue Leute kennengelernt. Mit einigen von ihnen stehe ich auch weiterhin in Kontakt.
  • Vielleicht ergibt sich aus einem der Gespräche sogar ein weiteres sehr interessantes Praktikum für mich. Darüber aber später mehr, wenn es soweit ist…

Kontakt zu deutschen Teilnehmern

  • Das Caucus Meeting gibt einen guten Einstieg: Man bekommt eine Übersicht über die deutschen Teilnehmer, sieht Gesichter und hört ein paar Namen.
  • Der Empfang des Deutschen Konsulats und des Goethe-Instituts von Montréal hat mir sehr gut gefallen und gab uns allen eine weitere schöne Gelegenheit, sich innerhalb der deutschen Teilnehmer auszutauschen.
  • für mich interessant: Im Verlauf der Konferenz kommt tatsächlich so etwas wie ein Wir-Gefühl auf, zumindest in manchen Situationen, wenn man zum Beispiel froh ist, ein altbekanntes Gesicht von zu Hause zu sehen, oder wenn man sich während eines social events auf einmal in einer komplett deutschen Gruppe wiederfindet – auch wenn man die jeweiligen Leute vielleicht noch gar nicht so gut kennt. Klingt eventuell alles komisch, was ich hier schreibe; aber vielleicht versteht ihr es ja.
  • Die IFLA bietet in der Hinsicht natürlich eine gute Möglichkeit, interessante und wichtige deutsche Kollegen einmal (besser) kennenzulernen. (Vor-)Kontakte sind dabei wie immer sehr hilfreich.

Kontakt zu internationalen Teilnehmern

  • Die Hemmschwelle bei der Kontaktaufnahme ist generell ziemlich niedrig. Es ergaben sich häufiger längere interessante Gespräche aus purem Zufall heraus.

spezielle Einsichten eines Newcomers

  • Ohne Visitenkarten fühlt man sich irgendwie nackig auf so einem Kongress. 😉 Zum Glück haben meine ausgereicht – ich hatte noch einige von vorigen Konferenzen übrig. Auf jeden Fall sollte man lieber zu viele mitnehmen, bevor man sich noch ärgert. Vielleicht trifft man ja noch DIE besondere Person.
  • Ich hatte mir meinen Tagesplan meistens viel zu voll gepackt. Das schafft ja keiner, man braucht auch mal Pausen. Also am besten Lücken für’s Bistro lassen. ^^
  • Die ersten Tage mit den ganzen Standing Committees gehen auch ohne Pause durch, wenn man mehrere Sitzungen besuchen möchte. Dieses Problem werden aber nicht so viele Leute haben, weil die meisten eh nur einer bzw. wenigen Sektionen verbunden sind.
  • Wann immer es geht – Leute ansprechen! Die meisten sind sehr offen, vor allem für Nachwuchs.
  • Mit konkreten Projekten in der Tasche ist es leichter, an die Leute heranzutreten.
  • Vorkontakte sind ebenfalls sehr hilfreich.

Und zum Abschluss noch eine generelle Tendenz, die mir wirklich häufig über den Weg gelaufen ist:

  • Die IFLA braucht Nachwuchs. Das hat man nicht nur bei solchen Veranstaltungen wie der Newcomersession oder dem New Professionals Forum gemerkt, sondern auch in diversen weiteren Sessions, persönlichen Gesprächen und einigen Reden im Rahmenprogramm.

Abgesehen von den negativen Punkten, die ich oben genannt habe, überwiegen deutlich die positiven Erfahrungen und Eindrücke. Daher lautet meine oberste lesson learned denn auch: Das war nicht meine letzte IFLA – Mailand, ich komme! 😉

lessons learned – Kanada und Québec

Kanada

Flug

  • Jetlag: nur auf dem Rückflug; Hinflug passt ganz wunderbar (als ob man bis um fünf Uhr morgens durchmacht und dann ordentlich ausschläft)

Einreise

  • scheint ganz unterschiedlich streng bzw. locker gehandhabt zu werden; ich hatte zum Beispiel überhaupt keine Schwierigkeiten bei der Einreise, andere wurden regelrecht ausgefragt und mussten lange warten.

Währung

  • eigentlich logisch… am besten schon ein paar Kanadische Dollars mitbringen (Taxi…)
  • Geld abheben kann man mit VISA und EC, macht man aber am besten mit ner SparCard – dann fallen nämlich die Gebühren weg (Grenze liegt glaube ich bei zehn Mal Abheben).
  • Umrechnen von CAD in EUR fällt ein bisschen schwer… 2:3…
  • Das kanadische Kleingeld ist verdammt unübersichtlich. 😉

Strom

  • Unbedingt einen Adapter für die kanadischen Steckdosen mitbringen!

Québec

Stadt

  • eine wirklich sehenswerte, niedliche und übersichtliche (Alt-)Stadt, die sehr viele europäische, vor allem französische Züge trägt.
  • starke Höhenunterschiede, also unbedingt auf viele Treppen, steile Straßen und den anschließenden Muskelkater einstellen ^^
  • Mittelpunkt zu jeder Tages-/Nachtzeit ist das beeindruckende Château Frontenac.
  • Die Feierlichkeiten zur 400-Jahrfeier sorgen zwar dafür, dass Québec noch voller ist als sonst, trotzdem geben sie dem Ganzen noch einen zusätzlichen Kick. – Highlight: Le Moulin à images.
  • Verlässt man den historischen Kern, findet man sich sehr schnell in einer viel amerikanischeren Umgebung wieder (vor allem in der Vorstadt).

Unterkunft

  • für Studierende nur zu empfehlen: die Apartments im Studentenwohnheim der Universität Québec (les Résidences Sainte-Hélène) – sehr zentral gelegen und vergleichsweise günstig. Man muss unter Umständen nur ein bisschen Ausstattung mitbringen.

Einkaufen

  • Preisniveau ist im Großen und Ganzen in Ordnung. Man denkt durch die höheren Dollarzahlen nur immer, dass es so schlimm ist. Es gibt allerdings einige Produkte, die wirklich zu teuer sind, zum Beispiel Tiefkühlpizza.
  • Man findet in Québec kein vernünftiges Grau- oder Schwarzbrot. Stattdessen gibt es eine Fülle von unterschiedlichen Toast-ähnlichen Weißbrotsorten. Sogar Pumpernickelbrot fühlt sich trotz der typischen Farbe verdächtig fluffig an. 😉
  • Typisch kanadische Produkte (wie schon beschrieben): Ahornsirup und Cranberries in den verschiedensten Formen und Kombinationen.
  • Es gibt eine große Auswahl an Bier, meistens in großen Dosen (bis zu 1 l) oder Glasflaschen (bis zu 1,5 l).
  • Die eingekauften Lebensmittel werden einem an der Kasse meistens gleich in Tüten gepackt, entweder vom Kassierer selbst oder von einer weiteren Hilfskraft.

Gastronomie

  • Trinkgeld und Bezahlung: Das lief die beiden Male, wo wir in einem Restaurant gegessen haben, sehr diskret ab. Trinkgeld liegt bei ca. 15 % der Tischrechnung.
  • Sehr gut gefahren sind wir mit Menüs (sechs bzw. vier Gänge). Da bekommt man gleich einen kleinen Rundumschlag und muss nicht ewig über der Karte brüten. Außerdem waren unsere auch vom Preis her in Ordnung.
  • wie auch in anderen Touristenstädten sehr beliebt: junge, gutausehende Frauen, die versuchen einen von der Straße in die Restaurants zu locken 😉
  • Poutine, eine Québecer Spezialität (Pommes mit Bratensauce und Käse überbacken), ist ziemlich gewöhnungsbedürftig. Ich habe die Hoffnung, dass es sonst besser schmeckt als bei dem Imbiss, wo ich es mir geholt habe. Es ist aber schon ganz schön fett, das Zeug… ^^
  • Ich habe in den zwei Wochen die vielen kleinen Bistros lieben gelernt. Es gab einfach nichts Besseres als sich zwischendurch irgendwo rein- oder auf die Terrasse zu setzen und bei warmem Sandwich, Kuchen und Kaffee zu entspannen.

lohnende Ausflüge

  • Lévis: gemütlicher, leicht verschlafener Ort auf der anderen Seite vom Sankt-Lorenz-Strom; das leckerste Eis überhaupt; herrliche Aussicht auf Québec; eine sehr spezielle Bibliothek
  • Montmorency Falls: beeindruckende Wasserfälle im Norden Québecs; auch bei leichtem Regen noch zu empfehlen 😉
  • Wendake: Wenn man mal etwas mehr sehen möchte als die sehr touristifizierten Indianer-Souvenirläden in Québec, sollte man nach Wendake außerhalb der Stadt fahren. Ich war selbst nicht da, habe aber gehört, dass man sehr viel und vor allem Authentisches über die Ureinwohner Kanadas erfahren kann.

Sonstiges

Blog

  • Große Erkenntnis: Ein Blog eignet sich ja für den Urlaub ganz hervorragend! Zu Hause können alle ein bisschen mitverfolgen, was man so treibt. Und wenn man zurückkommt, muss man beim Berichten nicht ganz bei Null anfangen. 😉 Nur ein bisschen Zeit muss man sich manchmal nehmen. Auf jeden Fall war dieser Urlaub die ideale Spielwiese für mich, was dieses Blog hier angeht.

Rückflug, Koffer, Jetlag

Nach einem ereignisreichen 38-Stunden-Tag und anschließend über 14 Stunden Schlaf melde ich mich dann auch mal wieder… 😉

Am Freitag, unserem Abreisetag, war bestes Sommerwetter. Das haben Annabel und ich neben Kofferpacken und Wohnung Putzen auch nochmal genutzt, um eine kleine Runde um den Block zu drehen. Wir hatten allerdings unterschiedliche Flüge, insofern sind wir einzeln und um ein paar Stunden versetzt zum Flughafen gefahren. Auf mein Taxi musste ich leider ein bisschen warten, weil die unsere Straße irgendwie nicht gefunden haben. ^^

Flughafen von Québec

Flughafen von Québec

Ab der Ankunft am Flughafen hat aber alles wunderbar reibungslos geklappt. Ich habe noch viele IFLA-Taschen (mit den dazugehörigen Leuten^^) getroffen und meine letzten Kanadischen Dollars für Espresso-/Cranberry-Schokolade mit Ahornsirup, Erdnüssen mit Ahornsirup, Lachs Jerkey und geräucherten Lachs mit… *Trommelwirbel*… AHORNSIRUP ausgegeben.

mein Flugzeug von Québec nach Montréal

Flugzeug von Québec nach Montréal

Ich bin wieder mit ner kleinen Propellermaschine nach Montréal, von dort mit ner riesigen Boeing nach Paris und auf dem letzten Teilstück mit einer normalen Maschine nach Berlin geflogen. Der Flug nach Montréal war sehr schön, weil wir eine wirklich gute Aussicht hatten. Auf dem zweiten Abschnitt über den Atlantik haben wir durch die Zeitverschiebung sechs Stunden verloren, was zur Folge hatte, dass wir mit einer Ankunft in Paris um sechs Uhr morgens quasi alle um unseren Schlaf gekommen sind. Denn den Flug über ist keiner so richtig zur Ruhe gekommen: Es gab wie auch auf dem Hinflug mehrere Male etwas zum Essen und die Filmauswahl war echt schick. Bin zum Beispiel auf diesem Weg mal zu “Kung Fu Panda” gekommen. Super Film, sehr lustig. Irgendwann haben sie dann das Licht in der Kabine ausgemacht, was aber eigentlich nur noch mehr zum Fernsehen animiert hat (jeder hatte nen kleinen Bildschirm im Sitz des Vordermanns). 😉

Nur eine einzige Sache ist schiefgelaufen: Mein Koffer wurde in Paris nicht weitergeleitet. Das habe ich mit ein paar anderen Leuten meines Fluges erst in Berlin bei der Gepäckausgabe erfahren. War im Endeffekt aber auch nicht so schlimm. Erstens ist es mehr als angenehm, keinen schweren Koffer nach Hause schleppen zu müssen, zweitens haben sie ihn mir mittlerweile (heute Morgen) sogar nach Hause gebracht. Er ist mit der übernächsten Maschine aus Paris gekommen.

Wie schon angedeutet, habe ich nach diesem Rückflug im Gegensatz zur Hinreise mal richtig mitbekommen, was es heißt, Jetlag zu haben. Den gestrigen Tag habe ich eigentlich ganz gut überstanden, mit ein paar wenigen Tiefs. Mein innerer Rhythmus ist aber noch nicht wieder hergestellt. Gegen zehn bin ich eingeschlafen, um acht Uhr total gerädert aufgewacht; dann nochmal bis um eins weitergeschlafen… seitdem laufe ich leicht benebelt durch den Tag. Wird wohl noch ein bisschen dauern, bis mein Schlafrhythmus in Berlin angekommen ist. Mal sehen, ob sein Gepäck auch in Paris hängen bleibt. 😉

Au revoir Québec!

Morgen früh heißt es Sachen packen und das Taxi zum Flughafen nehmen. Das war es dann für dieses Mal hier in Québec. Ich hatte eine super Zeit, habe eine wirklich hübsche Stadt kennengelernt und bin voll von wunderschönen Eindrücken. Außderdem habe ich meine erste IFLA hinter mir, die mir sehr viel Spaß gemacht hat, auf der ich unzähligen Leuten begegnet bin, inspirierende Gespräche geführt und nützliche Kontakte geknüpft habe, haufenweise interessante Erfahrungen und Eindrücke gewonnen habe und auf der ich schließlich eine Art von Konferenz kennenlernen durfte, die ich gerne wieder besuchen möchte – Mailand 2009 steht jedenfalls schon fest in meinem Terminkalender! 😉

Ich werde dieses Blog sicherlich weiterführen. Ob es sich mehr in eine Sammelkiste für alles Mögliche, auch Privates, ein reines Reiseblog oder in eine nur fachliche Richtung bewegen wird, weiß ich noch nicht. Sicherlich kommen aber zu dieser IFLA noch ein Posting über den Rückflug und in den nächsten Tagen noch eine Fotoreihe bei flickr dazu. Ich hoffe, ihr hattet was von den Berichten und konntet so wenigstens einen kleinen Einblick in den IFLA-Kongress 2008 bekommen.

IFLA, letzter Tag

Letzer IFLA-Tag, letzter richtiger Tag in Québec…. ein Glück ging es mir heute Morgen wieder besser, so dass ich mich nicht erst zur Closing Ceremony, sondern zur morning session ins Kongresszentrum aufgemacht habe, genauer gesagt zur Session “Have we blown up the reference desk? Reference services in virtual worlds” der Sektion “Reference and Information Services.”

Have we blown up the reference desk?

Have we blown up the reference desk?

In vier verschiedenen Vorträgen wurde das Thema aus ganz unterschiedlichen Richtungen bearbeitet. Dabei sind mir einige neue Dinge begegnet, über die ich mich unbedingt nochmal schlau machen muss, darunter… 1. Es gibt schon seit mehreren Jahren eine Initiative namens radical reference, die unter anderem eine Art library street workig betreibt; 2. Bei World of Warcraft haben sich mittlerweile Spieler in einer “Librarian Guild” zusammengeschlossen. Da ich WoW selbst mal für kurze Zeit gespielt habe, interessiert mich das sehr. Auch Second Life durfte natürlich nicht fehlen. Nach der Session gab es noch eine kleine Privatdemonstration…

Second Life

Second Life-Präsentation

Bis zur Closing Session habe ich erstmal Pause gemacht und bin bei wunderschönem Wetter noch einmal durch die Québecer Altstadt gezogen, an allen Orten vorbei, die ich in den letzten zwei Wochen so besucht habe. Natürlich war auch das Château Frontenac dabei. 😉

Château Frontenac

Château Frontenac

Abschließend ging es noch ein letztes Mal über die Terrasse Dufferin und die Holztreppen hoch zur alten Zitadelle…

Weg an der alten Zitadelle entlang

Weg an der alten Zitadelle entlang

…bevor es Zeit für die Closing Session war, die uns allen im Vergleich zu den Eröffnungsveranstaltungen ganz gut gefallen hat. Zwar wurden bei den Dankesworten unserer Meinung nach einige Leute vergessen (Volunteers, Übersetzer, sonstige Helfer), aber es gab als kulturellen Beitrag ein bisschen klassische Musik, was hier viel runder wirkte als die entsprechenden Performances in der Opening Session. Auch die Reden und Auszeichnungen waren diesmal nicht zu lang und zum Teil ganz unterhaltsam. Übrigens: 2011 wird die IFLA in San Juan, Puerto Rico ausgetragen. Rührend war der Autritt der Vertreterin des Landes, die ihre Freudentränen mehrere Male nicht zurückhalten konnte. 😉 Aufgelockert wurde die Veranstaltung auch durch die beiden Filme, die auf die nächste IFLA in Mailand und eben auf Puerto Rico einstimmen sollten. So lässt es sich doch leben… Québec, Mailand, Brisbane, San Juan… ^^

Closing Session

Closing Session

Abends haben wir es uns erst mit einem leckeren 4-Gänge-Menü noch einmal richtig gut gehen lassen, bevor wir gerade noch rechzeitig im Alten Hafen angekommen sind, um die Moulin à images zu sehen (ich nun zum dritten Mal^^). Schöner kann man einen Aufenthalt in Québec glaube ich zur Zeit nicht ausklingen lassen.

next level cooking

Molekularküche – völlig überschätzt!… Garen bei Niedrigtemperatur – Schnee von gestern!…… Wir haben ein schickes Einzimmer-Appartment im Studentenwohnheim der Universität von Québec mit zwei Schlafzimmern, Bad und sogar einer Küche. Einziger Haken: Es fehlt sämtliches Kochgerät. Das wussten wir glücklicherweise schon vorher, deshalb habe ich neben Besteck und Teller in Weiser Voraussicht auch eine Pfanne mitgenommen. Da wir außer ihr nichts anderes zum Kochen haben, muss sie jetzt für alles mögliche herhalten. So hat sie sich in den letzten eineinhalb Wochen zu einem richtigen Multifunktionswunder hochgearbeitet, mit dem man nicht nur pfannentypische Gerichte zubereitet, sondern auch Teewasser erhitzt oder Nudeln kocht… Wer kann schon von sich behaupten, er habe Nudeln in einer Pfanne gekocht? 😉

next level cooking

next level cooking

Poster Session II

Heute waren nicht so viele Leute im Bereich der Poster Session unterwegs – ob es wohl an der Party gestern gelegen hat? 😉 Nein, wahrscheinlich eher daran, dass heute einige Off-site Sessions sowie längere Bibliotheksbesichtungen außerhalb des Kongressgeländes stattgefunden haben. Trotzdem kamen eigentlich immer irgendwelche einzelnen Leute vorbei, die man sich nur greifen musste. Mein Poster hing da glücklicherweise an einer sehr günstigen, weil sichtbaren und zugänglichen Stelle. Andere waren im hinteren Teil der Buchten etwas abgelegen, was man auf dem Foto ein bisschen erahnen kann. Dieses Manko der Aufstellung ist gestern irgendwie nicht so ins Gewicht gefallen, weil der Bereich so voll mit Menschen war.

Poster Area - Buchten

Poster Area ohne Poster ^^ - Buchten

Jedenfalls haben sich heute einige längere Gespräche ergeben, was mir sehr gefallen und einige neue Infos gebracht hat. Zum Beispiel kamen gegen Ende der Session unabhängig voneinander noch zwei Bibliothekarinnen (New York University und Toronto Public Library) zu meinem Poster, woraus sich ein sehr angeregtes längeres Gespräch ergeben hat.

Nach über zwei Stunden Durchreden ging es meiner Stimme verständlicherweise noch schlechter als davor (wobei es während der Session selbst eigentlich nicht so schlimm war). Weil ich mittlerweile auch einen ziemlichen Schnupfen hatte, bin ich kurzentschlossen nach Hause gegangen, um mich für morgen zu erholen. Wenn es bis dahin nicht besser wird, will ich wenigstens versuchen nachmittags zur Closing Ceremony zu gehen.

Erkältung

So, jetzt ist es endgültig soweit… ich habe mir eine Erkältung eingefangen. Und ich habe den starken Verdacht, dass es an diesen verdammt kalten Klimaanlagen im Kongresszentrum liegt. Meine Stimme klingt ungefähr zwei Oktaven tiefer als sonst. Mal sehen, wie ich den zweiten Teil der Poster Session gleich überstehen werde. 😉