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Poster und Vortrag zu Praktika auf dem Bibliothekartag

Von der Vergangenheit jetzt mal zurück in die Gegenwart bzw. sogar in die Zukunft… In der kommenden Woche werde ich auf dem Bibliothekartag in Erfurt an zwei Stellen die Möglichkeit haben, über meine Zeit in den USA zu erzählen. Einerseits beim Newcomer-Treff des BIB (Mi, 03.06., 12.00-13.30 Uhr), andererseits im Rahmen einer kleinen Präsentation in der Zukunftswerkstatt (Do, 04.06., 10.00-10.30 Uhr).

Von New York City nach Washington D.C.

Poster für den Newcomer-Treff

Falls ihr euch also auch auf dem Bibliothekartag rumtreiben solltet, kommt gerne mal vorbei. Ich freue mich über Besuch und anregende Gespräche. 😉

BOBCATSSS 2009 – Nachlese

Zurück zu BOBCATSSS… nachdem ich mich zwischen Opening und Closing Ceremony nicht weiter gemeldet habe, will ich im Folgenden mal einen kleinen Rundumschlag wagen und ein bisschen was über die Sessions und Veranstaltungen erzählen, die ich im Laufe der drei Tage besucht habe.

Day 1

Auf die Eröffnung und die Keynotes folgte am ersten Tag noch nicht allzu viel Programm. Nach dem Lunch ging es mit Session 1 “Physical, personal, digital”, dem EUCLID-Council, Teil I der Poster Session und einigen Firmenpräsentationen in die erste Runde. Ich entschied mich für die Poster Introduction, weil ich sehen wollte, was uns mit unserem Poster am dritten Tag erwarten würde. In einer solchen Introduction bekommen alle Teilnehmer der anschließenden Poster Session die Gelegenheit, vor Publikum ein paar Sätze zu ihrem Poster zu sagen. Ansich eine sehr gute Sache, weil man als Konferenzteilnehmer einen schnellen Überblick über die vorgestellten Projekte bekommt und sich schon einmal eigene Favouriten je nach persönlichen Interessen herauspicken kann.

Poster Introduction I

Poster Introduction I

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lessons learned – IFLA

Registration

  • verlief total unkompliziert
  • Auch wenn es mittlerweile vielleicht Standard ist: Das Programm im Taschenformat hat mir gut gefallen.

Standing Committees

  • Der interessanteste Part für mich, weil ich bei den Standing Committees einen direkten Einblick in die IFLA-Arbeit verschiedener Sektionen bekommen konnte.

Was mir besonders aufgefallen ist

  • Standing Committees sind immer auf (institutioneller) Mitgliedersuche. 😉
  • In allen drei Sitzungen spielten natürlich auch die finanziellen Mittel der Sektionen jeweils eine Rolle, die aber interessanterweise nur unterschiedlich stark ausgeschöpft werden.
  • Die Neustrukturierung der IFLA divisions war ein großes Thema, dabei besonders die Fragen nach der zukünftigen Einordnung der Sektionen ins Ganze und nach möglichen Kooperation mit anderen Sektionen. Es war innerhalb der Diskussionen nicht ganz klar, ob das zukünftige Schema eher als Kooperationsbremse wirkt oder die bisherige Freiheit nicht einschränkt.
  • Wie schon angedeutet: Die Kooperation mit anderen Sektionen scheint sehr erwünscht zu sein.
  • Die Standing Committees sind vor allem auf der Suche nach Nachwuchs.
  • Durch eine angenehme Atmosphäre ist die Hemmschwelle zum Mitmachen auch als Observer sehr niedrig.
  • Man kommt zwar so schon gut ins Gespräch, viel besser dazu eignen sich aber bestimmt die zusätzlichen Treffen der Standing Committees abseits des Konferenzgeschehens (Abendessen usw.). Ich konnte durch meine Erkältung leider an keinem teilnehmen.

Sessions

  • Die eher unkonventionellen Sessions (u.a. Brainstorming Session und Global Literacy and Readig Fair) fand ich am interessantesten, weil man dort in direktem Kontakt zu anderen Leuten schnell neue Gesichter kennengelernt hat und in kleinen Arbeitsgruppen gut seine Gedanken austauschen konnte.
  • Ellen Tises Lieblingsformulierung: “in terms of” 😉
  • Gerne hätte ich mehr Discussion Groups erlebt. Das ist eine Art Vorstufe zur IFLA-Sektion. Ich war nur bei der “New Professionals Discussion Group”, die sich aber nicht sehr von normalen Sessions mit Publikum und Vorträgen unterschieden hat. Mich hätte einfach mal der Vergleich verschiedener Groups interessiert.

Social events

  • Im Nachhinein hätte man wirklich mehr aus den social events machen können…
  • Die Opening Session war zu lang, hätte zum Beispiel um ein paar unangebrachte Beiträge wie die Verleihung eines Ehrendoktors gekürzt werden können.
  • Bitte mehr authentische kulturelle Beiträge – nicht nur bei der Opening Session, sondern vor allem auch beim Cultural Evening! 😉
  • Die Closing Session war in vielerlei Hinsicht besser als die Opening Session – was zum Beispiel ihre Länge, die Musik und die Beiträge im Allgemeinen angeht.
  • Die Simultanübersetzer waren zum Teil überfordert, das müsste eigentlich besser gehen. Zudem gab es vor der Opening Session einen riesigen Stau vor der Ausgabe der Kopfhörer.
  • Fun-Night und kultureller Abend sollten besser außerhalb des Kongressgebäudes stattfinden; ein bisschen Abstand tut glaube ich auch mal ganz gut. 😉
  • Weiterer Kritikpunkt: Bei der Party wurden sehr schnell Buffet und weiteres Drumherum weggeräumt, bis nur noch der Dancefloor in einer riesigen leeren Halle übrigblieb. Das hat nicht gerade zu einer gemütlichen Atmosphäre beigetragen.

Poster Sessions

  • wie immer eine ideale Möglichkeit, um mit vielen Leuten ins Gespräch zu kommen
  • Die Poster Session Area wurde gut in das Konferenzgeschehen eingebunden.
  • Allerdings hätte die Aufstellung der Posterwände etwas ausgeglichener sein können.

Kongresszentrum

  • Ich habe noch niemals eine dermaßen kalte Klimaanlage über die Dauer einer kompletten Konferenz erlebt. Scheinbar konnte man da auch nichts dran ändern. Jedenfalls habe nicht nur ich eine Erkältung davongetragen…
  • Zum Teil musste man als Teilnehmer relativ lange Wege zurücklegen, und das in einem etwas unübersichtlichen und verwinkelten Gangsystem.
  • definitiver Pluspunkt: Es gab immer feinen Jazz auf den Toiletten. – Ein Hort der Entspannung und der Ruhe im allgemeinen Konferenzstress. 😉

Verpflegung

  • Vor allem in den ersten Tagen (standing committees) sehr dürftig. Außer Wasser gab es nicht mal Kaffee. ^^
  • Zum Teil schwankte die Versorgung aber auch von Session zu Session.
  • Das Essen bei den social events war gut, es hätte aber zum Beispiel bei der Party noch länger zur Verfügung stehen können (siehe oben).

Kontakte

  • Ich habe wirklich viele neue Leute kennengelernt. Mit einigen von ihnen stehe ich auch weiterhin in Kontakt.
  • Vielleicht ergibt sich aus einem der Gespräche sogar ein weiteres sehr interessantes Praktikum für mich. Darüber aber später mehr, wenn es soweit ist…

Kontakt zu deutschen Teilnehmern

  • Das Caucus Meeting gibt einen guten Einstieg: Man bekommt eine Übersicht über die deutschen Teilnehmer, sieht Gesichter und hört ein paar Namen.
  • Der Empfang des Deutschen Konsulats und des Goethe-Instituts von Montréal hat mir sehr gut gefallen und gab uns allen eine weitere schöne Gelegenheit, sich innerhalb der deutschen Teilnehmer auszutauschen.
  • für mich interessant: Im Verlauf der Konferenz kommt tatsächlich so etwas wie ein Wir-Gefühl auf, zumindest in manchen Situationen, wenn man zum Beispiel froh ist, ein altbekanntes Gesicht von zu Hause zu sehen, oder wenn man sich während eines social events auf einmal in einer komplett deutschen Gruppe wiederfindet – auch wenn man die jeweiligen Leute vielleicht noch gar nicht so gut kennt. Klingt eventuell alles komisch, was ich hier schreibe; aber vielleicht versteht ihr es ja.
  • Die IFLA bietet in der Hinsicht natürlich eine gute Möglichkeit, interessante und wichtige deutsche Kollegen einmal (besser) kennenzulernen. (Vor-)Kontakte sind dabei wie immer sehr hilfreich.

Kontakt zu internationalen Teilnehmern

  • Die Hemmschwelle bei der Kontaktaufnahme ist generell ziemlich niedrig. Es ergaben sich häufiger längere interessante Gespräche aus purem Zufall heraus.

spezielle Einsichten eines Newcomers

  • Ohne Visitenkarten fühlt man sich irgendwie nackig auf so einem Kongress. 😉 Zum Glück haben meine ausgereicht – ich hatte noch einige von vorigen Konferenzen übrig. Auf jeden Fall sollte man lieber zu viele mitnehmen, bevor man sich noch ärgert. Vielleicht trifft man ja noch DIE besondere Person.
  • Ich hatte mir meinen Tagesplan meistens viel zu voll gepackt. Das schafft ja keiner, man braucht auch mal Pausen. Also am besten Lücken für’s Bistro lassen. ^^
  • Die ersten Tage mit den ganzen Standing Committees gehen auch ohne Pause durch, wenn man mehrere Sitzungen besuchen möchte. Dieses Problem werden aber nicht so viele Leute haben, weil die meisten eh nur einer bzw. wenigen Sektionen verbunden sind.
  • Wann immer es geht – Leute ansprechen! Die meisten sind sehr offen, vor allem für Nachwuchs.
  • Mit konkreten Projekten in der Tasche ist es leichter, an die Leute heranzutreten.
  • Vorkontakte sind ebenfalls sehr hilfreich.

Und zum Abschluss noch eine generelle Tendenz, die mir wirklich häufig über den Weg gelaufen ist:

  • Die IFLA braucht Nachwuchs. Das hat man nicht nur bei solchen Veranstaltungen wie der Newcomersession oder dem New Professionals Forum gemerkt, sondern auch in diversen weiteren Sessions, persönlichen Gesprächen und einigen Reden im Rahmenprogramm.

Abgesehen von den negativen Punkten, die ich oben genannt habe, überwiegen deutlich die positiven Erfahrungen und Eindrücke. Daher lautet meine oberste lesson learned denn auch: Das war nicht meine letzte IFLA – Mailand, ich komme! 😉

Poster Session II

Heute waren nicht so viele Leute im Bereich der Poster Session unterwegs – ob es wohl an der Party gestern gelegen hat? 😉 Nein, wahrscheinlich eher daran, dass heute einige Off-site Sessions sowie längere Bibliotheksbesichtungen außerhalb des Kongressgeländes stattgefunden haben. Trotzdem kamen eigentlich immer irgendwelche einzelnen Leute vorbei, die man sich nur greifen musste. Mein Poster hing da glücklicherweise an einer sehr günstigen, weil sichtbaren und zugänglichen Stelle. Andere waren im hinteren Teil der Buchten etwas abgelegen, was man auf dem Foto ein bisschen erahnen kann. Dieses Manko der Aufstellung ist gestern irgendwie nicht so ins Gewicht gefallen, weil der Bereich so voll mit Menschen war.

Poster Area - Buchten

Poster Area ohne Poster ^^ - Buchten

Jedenfalls haben sich heute einige längere Gespräche ergeben, was mir sehr gefallen und einige neue Infos gebracht hat. Zum Beispiel kamen gegen Ende der Session unabhängig voneinander noch zwei Bibliothekarinnen (New York University und Toronto Public Library) zu meinem Poster, woraus sich ein sehr angeregtes längeres Gespräch ergeben hat.

Nach über zwei Stunden Durchreden ging es meiner Stimme verständlicherweise noch schlechter als davor (wobei es während der Session selbst eigentlich nicht so schlimm war). Weil ich mittlerweile auch einen ziemlichen Schnupfen hatte, bin ich kurzentschlossen nach Hause gegangen, um mich für morgen zu erholen. Wenn es bis dahin nicht besser wird, will ich wenigstens versuchen nachmittags zur Closing Ceremony zu gehen.

Brainstorming, Poster Session I, Fun-Night

Gestern ist wieder eine Menge passiert. Morgens war ich bei der Brainstorming Session von Ellen Tise, der designierten Nachfolgerin von Claudia Lux – nennt sich President-Elect. Es ging darum, das Presidential Theme von Ellen Tise zu diskutieren, um ihr weitere Ideen für ihre Präsidentschaftszeit mit auf den Weg zu geben. Ihr Thema lautet “Libraries Driving Access to Knowledge”.

Brainsorming Session

Brainstorming Session

Die Veranstaltung fand im gleichen Raum statt wie die Global Literacy and Reading Fair, wir saßen also wieder an mehreren Tischen und konnten so in kleinen Gruppen zusammenarbeiten. Nach einer Einführung von Ellen Tise in ihr Thema hatten allerdings zunächst Mitglieder der verschiedenen Sections die Möglichkeit, sich aus ihrer inhaltlichen Sicht zu dem Präsidentschafts-Thema zu äußern. Interessanterweise bezogen sich dabei viele auf das “Driving” im Thema und wiesen immer wieder darauf hin, dass sie darin die Bibliothek in einer Führungsrolle und vor Allem aktiv agierend sehen.

Brainstorming Session

Brainstorming Session

Danach ging es daran, an den einzelnen Tischen zwei Thesen zu entwerfen, wie die IFLA bzw. Bibliotheken denn dieses Thema erfüllen können, also “Driving Access to Knowledge”. Wir haben in meiner Gruppe eigentlich eher nochmal ein kleines Brainstorming für uns durchgeführt, als zwei Thesen zu formulieren. Dabei ging es u.a. um die Bibliothek als sozialer Ort, der Leute aus verschienen Gesellschaftsschichten zusammenführt, und um Netzwerkbildung mit Institutionen aus dem lokalen Umfeld. Die Session dauerte noch viel länger, ich musste allerdings weiter zur Poster Session.

Bridges for Babylon

Bridges for Babylon

Die Poster Session hat mir viel Spaß gemacht. Das Gelände, auf dem die Poster ausgestellt sind, befindet sich teilweise innerhalb der Exhibition Hall, teilweise auf den Gängen davor. Dadurch kommen wirklich viele Leute vorbei. Unser Poster stellt die Ergebnisse des aktuellen Buchprojektes am Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaft vor. Es geht in “Brücken für Babylon” grob gesagt um interkulturelle Bibliotheksarbeit und Wege, wie vor Allem Öffentliche Bibliotheken diese erfolgreich umsetzen können. Ich hatte eine Menge interessanter Unterhaltungen mit überwiegend positivem Feedback, insofern bin ich sehr zufrieden mit der Poster Session. Heute geht es in die zweite Runde.

Fun-Night

Fun-Night

Der Tag klang dann noch mit einer Cocktail-Reception und anschließender Fun-Night aus (was für ein Titel…). Dabei haben die anwesenden Bibliothekare ihrem Ruf als Partylöwen mal wieder alle Ehre gemacht. 😉