Fünf Jahre LIS-Corner auf der Frankfurter Buchmesse – Aufsatz im aktuellen Bibliotheksdienst

Bereits zum sechsten Mal war in diesem Oktober LIS-Corner auf der Frankfurter Buchmesse vertreten, brachte LIS-Studierende aus dem deutschsprachigen Raum zusammen,  zog KommilitonInnen und KollegInnen an den Stand, informierte die Messebesucher über Studienprogramme und -projekte an den verschiedenen Hochschulstandorten und tauchte für knapp eine Woche in das wuselige Treiben der weltweit größten Buchmesse ein.

Im aktuellen Bibliotheksdienst blicken Maximilian Lowisch von der Fachhochschule Köln und ich nun auf die ersten fünf Jahre von LIS-Corner zurück. Dabei geht es nicht nur um die Anfänge des studentischen Gemeinschaftsstands, sondern auch um die Ziele hinter der Initiative sowie die Organisation und Herausforderungen eines solchen Projekts im Kontext freiwilligen studentischen Engagements. Viel Spaß beim Lesen und alles Gute für die nächsten fünf Jahre, LIS-Corner!

Zusammenfassung:

Im Rahmen dieses Aufsatzes wird der seit 2008 auf der Frankfurter Buchmesse organisierte Gemeinschaftsstand LIS-Corner als Beispiel für ehrenamtliches Engagement von Studierenden aus der Bibliotheks- und Informationswissenschaft vorgestellt. Es werden im Folgenden die Entwicklung des Standes von 2006 bis 2013, Konzept und Ziele hinter LIS-Corner, Arbeitsweise, Akquise von Projektpartnern und abschließend Herausforderungen vorgestellt, welche sich der Initiative aktuell stellen.

Abstract:

This article gives an overview on LIS-Corner, the first cooperative booth of German speaking LIS students at the Frankfurt Book Fair from its origins in 2006 to its latest developments. It can be seen as a successful example of voluntary engagement of students in Library and Information Science. Starting with a general introduction into student voluntary work and the beginnings of LIS-Corner, the article will discuss different aspects of the student-driven project such as its main goals, organizational style, acquisition of project partners and current challenges.

3 thoughts on “Fünf Jahre LIS-Corner auf der Frankfurter Buchmesse – Aufsatz im aktuellen Bibliotheksdienst

  1. berlinfami

    Ein sehr gelungener Artikel.🙂
    Ich bin nur erstaunt über diese Passage:
    “Nach einem jahrelangen Abgesang auf Vereine nimmt der Grad des Engagements
    in diesen wieder zu, die Mitwirkung bei Projekten und Initiativen dagegen
    geht zurück.” An die ehrenamtlichen Aktiven im BIB wurde laut Aussage unserer Bundesvorsitzenden genau das Gegenteil herangetragen. Man möchte sich teils ehrenamtlich engagieren, aber dies bevorzugt in Projekten und nicht durch Amtszeiten (die trotzdem auch aufgrund der beruflichen oder persönlichen Situation individuell beendet werden können), gebunden sein.

    Reply
    1. Maximilian

      Lieber berlinfami, danke für dein Interesse an unserem Aufsatz.

      Zur Klärung: Ich hatte die Autorin aus dem Sammelwerk zitiert (Anm. 15). Sie hatte meines Wissens nach, den Freiwilligensurvey 2009 als Quelle angegeben. Diesen habe ich in Folge benutzt. Die unten stehenden Zitate stammen daraus:

      “Insgesamt spielten sich 2009 46 % der
      zeitaufwendigsten Tätigkeiten im Verein ab
      und damit etwas weniger als 1999 und 2004.
      (Anders sieht es bei weiteren freiwilligen Tä
      tigkeiten von Engagierten aus. Hier waren 1999
      nur 33 % der Tätigkeiten organisatorisch im Verein verankert, 2004 waren es bereits 36 % und
      2009 38 %.) … Insgesamt erweisen sich die Organisationsstrukturen des freiwilligen Engagements in den
      letzten zehn Jahren als sehr stabil und zeigen nahezu unverändert den Vorrang klassischer
      und informeller selbstorganisierter Strukturen (Vereine und Gruppen) vor den Institutionen und
      Großorganisationen an. (S. 174)

      Auch in den größeren Engagementbereichen „Kunst, Musik und Kultur“ und „Freizeit und
      Geselligkeit“ ist die überwiegende Anzahl der Tätigkeiten im Verein angesiedelt. Im vom
      Umfang her rückläufigen Freizeitbereich gewann der Verein seit 2004 weiter an Bedeutung
      (2004: 67 %, 2009: 73 %). In beiden Bereichen ist die selbstorganisierte Gruppe die
      zweitwichtigste Organisationsform (in „Kunst,
      Musik und Kultur“ seit 2004 zunehmend). (S. 175)”

      Die Tabelle auf den Seiten 175 und 176 zeigt, wie sich das freiwillige Engament auf die Organisationsformen verteilt. Im Ganzen gesehen, ist die Aktivität in Vereinen tatsächlich um zwei Prozentpunkte zurück gegangen, das Engagement in Initiativen hat um zwei Prozentpunkte zugenommen. Die Zahlen werden in der Tabelle noch einmal nach Bereichen aufgegliedert. Hier sieht man, dass in den für die LIS-Corner relevanten Bereichen Kultur sowie Jugend/Bildung das Engagement in Vereinen zugenommen, das in Initiativen bei der Kultur den Wert des Jahres 1999 wieder erreicht, bei der Bildung sogar abgenommen hat. Diese Werte beziehen sich allerdings allesamt auf die zeitaufwendigsten freiwilligen Tätigkeiten. In den weniger zeitaufwendigen Bereichen ist das Engagement, wie du oben auf Seite 174 bereits lesen konntest, kontinuierlich gestiegen. Die Aussage aus dem Aufsatz ist allerdings so, wie sie formuliert wurde, nicht korrekt. Hier hätte man spezifizieren müssen. Der Freiwilligensurvey zeigt aber, dass der Abgesang auf Vereine im Großen und Ganzen und vor allem auf Verbände übertrieben ist.

      Selbstredend gibt es Probleme, vor denen Vereine stehen. Da sind auf der einen Seite Überalterung und auf der anderen die mangelnde Bereitschaft der Mitglieder, Leitungsfunktionen zu übernehmen (sehr lesenswert dazu: WZBrief Ziviliengagement, 4/2013 http://www.wzb.eu/sites/default/files/publikationen/wzbrief/wzbriefzivilengagement072013_alscher_dross_priller_schmeisser.pdf). Ein ähnliches Problem bei der Übernahme von langfristigem Engagement durch Teilnehmende der LIS-Corner haben wir auch. Trotzdem halte ich es für eine gute Sache, unser “Projekt” nach den Jahren in eine rechtliche Form zu gießen, die uns Mitgliederbeiträge aber vor allem die Möglichkeit geben wird, wesentlich attraktiver für Sponsoren zu werden. Der Umstand, dass Vereine, Projekte und Initiativen hauptsächlich von wenigen Leuten an der Spitze getragen werden, die allerdings auf die Mitwirkung aller Anderen im höchsten Maße angewiesen sind, scheint mir fast überall so zu sein. Damit muss man wohl oder übel leben. Ich bin selbst schon gespannt, ob und wie uns das Vorhaben gelingen wird.🙂

      Danke für dein Interesse an dem Aufsatz. Ob Lob oder Kritik – jeder Leser freut die Verfasser.

      Liebe Grüße an die Bibliotheksfront

      Maximilian

      Reply
  2. berlinfami

    Ich finde die LIS-Corner-Organisatoren sollten sich zusammenschließen und mit ihren jeweiligen Hochschulen verhandeln, dass sie für dieses zeitaufwendige und erfolgreiche Engagement einige Credit Points gutgeschrieben bekommen. Ich kann mir vorstellen, dass man in diesem, wichtigen Buchmessenprojekt eine Menge im organisatorischen und Softskill-Bereich lernen kann. Letztendlich ist eine Weiterführung der LIS-Corner auch insofern wichtig, dass man mit interessierten, potenziellen Studenten (d.h. ggf. für die Zukunft gut ausgebildete Fachkräfte) ins Gespräch kommt. Ich denke, das ist für unseren Berufsstand insbesondere in Hinblick auf den demographischen Wandel von großer Bedeutung.

    Reply

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