Washington-Nachlese: Sightseeing und Kulinarisches

Am Anfang war die Kirschblüte…

Mein erster Sonntag in D. C. bestand gleich aus ganz viel Sightseeing. Bei schönstem Frühlingswetter ging es zur National Mall und zum West Potomac Park, dem Areal, das  sich grob gesagt zwischen Kapitol und Lincoln Memorial erstreckt und in dem es vor Denkmälern und Erinnerungsstätten nur so wimmelt. Doch Hauptgrund für unseren Besuch war das National Cherry Blossom Festival: Jedes Jahr um diese Zeit stehen dort rund um das Tidal Basin (künstlicher See) weit über 6000 japanische Kirschbäume in voller Blüte.

cherry blossom - Blütenteppich

cherry blossom - Blütendach

Diese enorme Zahl geht zu einem Großteil auf ein Geschenk des Tokyoter Bürgermeisters an Washington D. C. aus dem Jahre 1912 zurück. Seit 1935 findet das Festival nun schon statt und zieht jährlich Massen an Menschen in die Stadt (zweitgrößtes Ereignis nach dem Independance Day). Es lohnt sich aber auch – an manchen Stellen ist das Blütendach so dicht, dass man nicht mal den Himmel sehen kann! Sieht auf der anderen Seite auch ein bisschen wie Schnee aus.

Washington Monument

Washington Monument - die Wolken an dem Tag machten daraus einen noch interessanteren Anblick

Von all den Denkmälern in der Gegend dominiert ganz eindeutig das markante Washington Monument im Zentrum der Parkanlage. Was ich bis dahin übrigens noch nicht wusste: Man kann dort sogar hochfahren. Ansonsten sollte man die zum Teil etwas längeren Wege auf sich nehmen, um sich zum Beispiel das Lincoln Memorial anzugucken…

Lincoln Memorial

Lincoln Memorial

Verlässt man das Gebäude, hat man eine sehr schöne Sicht auf das Washington Memorial, das sich von Weitem  in einem riesigen Reflexionsbecken spiegelt…

reflection pool

reflection pool

Darüber hinaus gibt es auch mehrere Kriegsgedenkstätten, u. a. das Vietnam Veterans Memorial, das Second World War Memorial und das Korean War Veterans Memorial, wovon Letzteres mich am meisten beeindruckt hat…

Korean War Veterans Memorial

Korean War Veterans Memorial

Nach unserer Tour durch die Kirschblüten, vorbei an den vielen Denkmälern und Gedenkstätten und schließlich bis hin zum Weißen Haus – inklusive einer ordentlichen Portion Sonne – war es Zeit, auch mal ans Essen zu denken. Wir sind an dem Abend in einem sehr guten Sushi-Retaurant gelandet, in dem ich die verrückteste Nachspeise seit Langem hatte: fish & chips maki…😉

Capitol & National Museum of the American Indian

Zwar hatte ich nicht allzu viele Gelegenheiten, das Kapitol bei schönem Wetter von außen zu bewundern, dafür konnte ich an einer der Besuchertouren durch das Gebäude teilnehmen. Der Rundgang startet mit einem ca. 10-minütigen, ziemlich patriotischen, aber gut gemachten Film über die Geschichte der Vereinigten Staaten. Im Anschluss geht es einmal durch die wichtigsten Räume des Kapitols, natürlich am ausgiebigsten durch das Herzstück, die Rotunde, in der gleich eine ganze Reihe von Gemälden, Statuen und Deckenmalereien wichtige Ereignisse seit der Gründung der USA aufgreifen.

Rotunde

Rotunde

In ganz Washington darf übrigens per Gesetz kein Gebäude höher sein als das Kapitol – daher also ein Stadtbild ganz ohne Wolkenkratzer. Die finden sich dann vor den Toren der Stadt in Virginia (Maryland, der andere angrenzende Bundesstaat, ist eher geprägt durch Siedlungen mit Einfamilienhäusern). Innerhalb D. C.’s verstoßen allerdings drei Bauwerke gegen diese Regel: Das Washington Monument, der Turm des Old Post Office und die Washington National Cathedral. Alle drei waren schon fertiggestellt oder geplant, als das Gesetz zu Beginn des 20. Jahrhunderts erlassen wurde.

Um aber gleich bei der Deckenansicht zu bleiben, hier ein Foto der Kuppel des National Museum of the American Indian, für das wir nach der Führung durch das Kapitol noch kurz Zeit hatten…

National Museum of the American India - die Innenarchitektur erinnert etwas an das Guggenheim-Museum in New York

National Museum of the American India - die Innenarchitektur erinnert etwas an das Guggenheim-Museum in New York

Neben den sehr anschaulich gestalteten Ausstellungen bietet das Museum auch eine eigene Bibliothek, in der die Besucher sich bei Bedarf etwas ausführlicher über einzelne Bereiche informieren können. So abstrakt das letzte Foto das Innere des Museums erscheinen lässt, so naturverbunden wirkt das Gebäude von Außen. Dabei wurde versucht, so viel wie möglich aus Kultur und Denken der amerikanischen Ureinwohner in der Anlage des Baus zu repräsentieren. Einige Fotos und weitere Infos gibt es auf dieser Seite, von der auch das folgende Zitat stammt…

Unlike most landscapes that surround other museums on the National Mall, the natural environment around the Smithsonian’s National Museum of the American Indian is itself a living exhibit, carefully created to reflect indigenous ways of thinking about the land and its uses.

Tulpenbeet

Tulpenbeet

Wenn man sich in Washington, speziell in der Gegend um das Kapitol bewegt, fallen sofort die wunderschönen, gut gepflegten Parks und Blumenbeete auf. Ich habe zum Beispiel noch nie so viele Tulpen in einer Stadt gesehen. Bei diesem Beet hier haben wir uns allerdings gefragt, ob das so gewollt war oder ob der zuständige Gärtner im Anschluss einen auf den Deckel bekommen hat… ^^

Mount Vernon & Washington National Cathedral

Da Ostern genau in die Mitte meiner zwei Wochen fiel, konnten wir das lange Wochenende voll ausnutzen. Am Karfreitag machten wir einen Ausflug nach Mount Vernon. Auf diesem Landsitz etwas außerhalb von D. C. in Virginia lebte George Washington (1732-1799), der erste Präsident der Vereinigten Staaten.

Mount Vernon

Mount Vernon

Sämtliche Gebäude und Anlagen des weitläufigen Geländes sind heute restauriert. Seit Kurzem gibt es ein neues, sehr schick gestaltetes Besucherzentrum. Die Hauptattraktion ist das Wohnhaus der Washingtons, was ihr auf dem oberen Foto seht. Auf der linken Seite kann man schon die Warteschlange erahnen… wir haben glaube ich 40 Minuten anstehen müssen… blieb noch Zeit, um ganz stilecht seinen Kaugummi wegzuwerfen… ^^

deposit gum here

deposit gum here

Drinnen ging es dann eigentlich genauso weiter: Die Schlange durchwatete auf einem festgelegten Weg langsam das Haus, während in jedem der Zimmer jemand vom Servicepersonal stand und was zu der jeweiligen Station erzählt hat. Trotz der langen Wartezeit und der vielen Leute sehr interessant. Nur leider ist man nach 10 Minuten auch wieder draußen. Hinter dem Haus hat man von dem Hügel herunter einen herrlichen Blick auf den Potomac River (fließt auch durch D. C.)…

Blick auf den Potomac River

Blick auf den Potomac River

Auf dem Rückweg wollten wir noch einen Abstecher zur Washington National Cathedral machen. Die Kathedrale nimmt aufgrund vieler wichtiger Ereignisse (Staatsbegräbnisse einiger Präsidenten, Gottesdienst mit Präsidenten nach ihrer Amtseinführung usw.) eine besondere Position innerhalb der USA ein. Außerdem gibt sie architektonisch einiges her; zwei der Kuriositäten sind zum Beispiel eine Darth Vader-Statue und ein Stück Mondstein in einem der großen Seitenfenster (The Space Window). Leider hatte der Haupraum wegen Vorbereitungen für den Ostergottesdienst an diesem Tag geschlossen. So mussten wir uns mit nem Blick in einen Bildband im Giftshop und einem Gang durch das Untergeschoss begnügen…

National Cathedral - unterwegs im Kellergewölbe

Washington National Cathedral - unterwegs im Untergeschoss

Kleine Anekdote noch zu Ostern in den USA: Wo wir in Deutschland unsere Schokoeier haben, gibt es in Amerika kein Osterfest ohne Peeps, kleinen gelben Marshmallowküken. Das geht so weit, dass Leute daraus kleine Szenen nachstellen und das beste Foto dann in der Zeitung abgedruckt wird… da bevorzuge ich ganz eindeutig die Schokolade…😉

Baltimore: Ducktour, Crab Cake & Poop

Am Ostersamstag während unseres Ausflugs nach Baltimore hatte uns das gute Wetter leider verlassen. Das war aber nicht ganz so schlimm, weil wir auch so an der etwas anderen Stadttour teilnehmen konnten: Bei Ride the Ducks geht es mit einem alten Amphibienfahrzeug erst durch die Straßen der Stadt und anschließend auf dem Wasserweg durch das Hafenbecken. Ist zwar ein bisschen klamaukig, aber man bekommt mindestens genauso viele Infos wie bei einer konventionellen Tour (wir hatten Captain America als Fahrer an Bord^^) und der Wasserpart ist schon echt cool.

ride the duck

ride the ducks

Nach der kleinen Bootstour kam ich zum ersten Mal in den Genuss eines Crab Cakes. Maryland ist berühmt für sein Krebsfleisch, daher musste ich das unbedingt mal probieren. Der Crab Cake wird auf verschiedene Arten serviert, ich hatte die Sandwichvariante. Das Fleisch ist zart (kann man also ohne Probleme zwischen zwei Burgerhälften plattdrücken), etwas süßlich und sehr rein. Lecker!

crab cake

crab cake

Natürlich schlägt sich das Geschäft mit dem Krebsfleisch auch auf Merchandise-Ebene nieder. So kann man neben der originalen Würzmischung, Handtüchern, Schlüsselanhängern, Mützen und Tassen zum Beispiel auch original Baltimore Crab Poop kaufen – zum Knabbern für Zwischendurch…😉

Baltimore Crab Poop

Baltimore Crab Poop

Und sonst so?

Ich habe in den zwei Wochen so viele leckere Sachen gegessen, dass ich jetzt gar nicht alles aufzählen kann. Erwähnt seien auf jeden Fall noch selbstgemachte Pancakes mit jeder Menge Ahornsirup, Pflaumenmus und krossem Bacon (das passt gut!) und Krispy Kreme Doughnuts, die wirklich viel besser schmecken als die Konkurrenz von Dunkin’ Donuts. Da musste gleich das ganze Dutzend her… ^^

Krispy Kreme Doughnuts im Dutzend

Krispy Kreme Doughnuts im Dutzend

3 thoughts on “Washington-Nachlese: Sightseeing und Kulinarisches

  1. fabilouslibrarian

    ein toller bericht. hat mir echt lust gemacht, auch mal nach washington zu fahren.
    allerdings bin ich nach wie vor der meinung, dass dunkin donuts besser schmecken als die von krispy kreme😉

    Reply
  2. Petra

    Der Bericht ist wirklich schön! Hätte auch große Lust auf Washington…aber leider habe ich auch große Flugangst😦
    LG
    Petra

    Reply
    1. sebastianwilke Post author

      danke😉 Das tut mir leid mit deiner Flugangst. Aber vielleicht sind Flüge ab einer bestimmten Länge gar nicht sooo schlimm… man befindet sich z.B. beim Flug über den Atlanktik so lange und so weit oben in der Luft (und schläft ja auch zwischendurch), dass alles irgendwie abstrakt wird, man jegliche Relation zum Boden und zur Geschwindigkeit verliert und vielleicht sogar manchmal vergisst, in einem Flugzeug zu sitzen. Klingt vielleicht komisch, aber mir ging es teilweise so. Wann bist du denn das letzte Mal geflogen?

      Reply

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