Jeff Jarvis on how to think ‘googley’

“WWGD?”… keine Angst, dabei handelt es sich nicht um das Akronym eines neuen DSDS-Verschnitts, sondern vielmehr um das jüngst erschienene Buch “What would Google do?” von Jeff Jarvis, vielen sicherlich durch sein Blog BuzzMachine bekannt. Am letzten Donnerstag stellte Jarvis die Grundgedanken dieses Buches in einer Präsentation vor, die im Hauptgebäude der New York Public Library ausschließlich für Mitarbeiter stattfand.

What would Google do?

What would Google do?

Da ich nur wenig Zeit zum Bloggen habe (WLAN funktioniert in meiner Unterkunft immer noch nicht… *argh*), beschraenke ich mich aufs Wesentliche. Fuer den Rest sei nochmal auf den Textauszug bei Amazon, die offizielle ppt und die diversen anderen Quellen verwiesen, die es im Netz schon gibt. Im ersten Teil der Praesentation arbeitete Jarvis heraus, wie das Internet und vor allem Google als “fastest growing company in the history of the world” unser Denken veraendert (hat) bzw. was das Handeln von Google und anderen wenigen Personen/Firmen so innovativ und erfolgreich macht. Dabei ging es im Grossen und Ganzen um schon bekannte Web2.0-Ansaetze… “Rooms/crowds are smart.”, “Life is a beta.”, “Wisdom of the crowd.” usw. Danach wurde es richtig interessant, denn Jarvis nahm sich nun einige Wirtschaftszweige vor und fragte sich, wie diese aussehen wuerden, wenn man sie Google-like betreiben wuerde. Das lief sehr haeufig auf eine starke Einbindung der “Nutzer” hinaus – mit vielen kleinen Anekdoten, was den ganzen Vortrag sehr kurzweilig machte.

Bsp. 1 – Airlines

Was waere, wenn alle Passagiere eines Fluges ueber Dienste wie Twitter oder Instant Messaging miteinander verbunden waeren? Dann koennte man schon vor dem Abflug im Duty Free Bereich miteinander Kontakt aufnehmen, waehrend des Fluges Informationen und Erfahrungen austauschen, was den Zielort angeht (Wetter, gute Restaurants, Sightseeing…), vielleicht findet man sich auch schon, wenn zum Beispiel mehrere Passagiere zur selben Tagung fahren.

Bsp. 2 – Autofirmen

Wenn grosse Autofirmen den Designprozess ihrer neuesten Modelle transparenter gestalten und den spaeteren Abnehmer sogar aktiv miteinbinden wuerden, koennten eine Menge Verbesserungen (iPod-Eingang u.a.) integriert werden und ueble Designschnitzer blieben dem Kaeufer erspart. Interessanterweise las ich noch am selben Tag einen Artikel bei Spiegel Online, der diesen Vorschlag aufnahm.

Bsp. 3 – Restaurants

Man stelle sich ein Restaurant vor, in dem der Kunde beim Auswaehlen der Gerichte aehnliche Funktionen vorfinden wuerde wie bei Amazon… Man koennte sehen, welche Gerichte andere Gaeste miteinander kombiniert haben, welcher Wein am haeufigsten zum diesem oder jenen Gericht genommen wurde. Vielleicht gaebe es auch ausfuehrliche Rezensionen. Zusaetzlich koennten die Gaeste evtl. Rezeptvorschlaege einreichen oder die vom Inhaber in seinem Blog zur Verfuegung gestellten Rezepte zu Hause nachkochen / veraendern – bei den vielen boomenden Rezeptboersen im Netz vielleicht gar nicht mal so abwegig.

Die Visionen von Jarvis moegen zum Teil nur schwer umzusetzen sein und auch in dem einen oder anderen Fall Nachteile mit sich bringen. Trotzdem fand ich seine Ideen und Gedankenspiele sehr erfrischend. Und warum soll man, wo es mit der Wirtschaft eh bergab geht, nicht mal neue Ansaetze ausprobieren? ^^ Im Buch, dass ich jetzt schon einige Male in der Hand hatte, fuehrt Jarvis auch einige Beispiele an, die diese Ideen zum Teil schon realisiert haben.

Zum Schluss noch ein bisschen Kritik: Was mich an dem Vortrag ein bisschen gestoert hat, war, dass zu keinem Zeitpunkt ein kritisches Wort ueber Google gefallen ist. Gut, Jarvis betonte, dass es ihm nicht um Google als Firma gehe, sondern um ein Denken im Sinne von Google. Und er sei ein sehr optimistischer Mensch. ^^ Aber die Services von Google (Suche, Gmail, GoogleDocs, GoogleMaps, YouTube usw.) und deren konsequente Anwendung spielen bei Jarvis eine grosse Rolle. Spaetestens, seitdem ich mich mit Lars Reppesgaard und seinem Buch Das Google-Imperium beschaeftigt habe, in dem es vor allem um das Missbrauchspotential der Nutzerdaten und ein Infragestellen von Googles Vertrauenswuerdigkeit auf Dauer geht, wuensche ich mir in der Hinsicht ein bisschen mehr Bewusstsein(sbildung).

P.S.: Das Wort der Woche war fuer mich nach dem Vortrag uebrigens ‘googley’.😉

3 thoughts on “Jeff Jarvis on how to think ‘googley’

  1. Jeff Jarvis

    Ich glaube dass “Googly” ist buchstabiert “Googley,” oder Google sagt das.

    In April kommt die Deutsche Ausgabe, Was Würde Google Tun?

    (Entschuldigung für mein Deutsch.)

    Reply
  2. dieter.meer

    aber es ist ja nicht nur google problematisch in der Datensammelwut, alle großen Firmen sammeln was das Zeug hält, und gerade die social networks sind da noch ne Nummer gefährlicher denke ich. Es sit kein google-Phänomen, sondern ein web 2.0 Phänomen. Mitmachen heißt nunmal sich einbringen mit Gedanken, Meinungen, vielen vilen Daten halt. Und die werden gebraucht und missbraucht ob man will oder nicht. Datensparsamkeit ist eine Gegenstrategie.

    Reply

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s