Monthly Archives: March 2009

Rehousing – Ein Antiquariat zieht um…

Ähnlich wie beim Singer’s Journal ging es auch in meinem zweiten Projekt u.a. darum, ganz grundsätzliche “Metadaten” (diesmal in eine Excelliste) aufzunehmen, damit diese später in den OPAC übertragen werden können.

Die LPA (Library for the Performing Arts) ist im Besitz eines großen Teils früher Auktions- und Verkaufskataloge des 1866 gegründeten Antiquariats von Leo Liepmannssohn. Ursprünglich in Paris und Berlin ansässig, erarbeitete es sich schnell einen internationalen Ruf, wobei von Anfang an ein Schwerpunkt auf Musikmanuskripte und -autographe gelegt wurde. Nach zwei Besitzerwechseln und einer Umbenennung arbeitet das Antiquariat heutzutage unter dem Namen “Otto Haas” von London aus.

Leo Liepmannssohn

Leo Liepmannssohn

“Was suchen die Kataloge eines Antiquariats eigentlich in einer Musikbibliothek?” könnte man jetzt fragen… Continue reading

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Coney Island – schöne Vergänglichkeit, totale Ruhe… und Googles Dekadenz

Der Ausflug, den ich am Sonntag vor einer Woche spontan nach Coney Island unternommen habe, sollte eine ganz besondere Stimmung mit sich bringen. Das fing schon auf der Hinfahrt in der Subway an. Diese war nämlich für New Yorker Verhältnisse wie ausgestorben – auf dem folgenden Foto bin ich noch nicht mal in Brooklyn, sondern immer noch in Manhattan unterwegs…

Subway... leer

Man sollte für die Fahrt übrigens ein bisschen mehr Zeit mitbringen; ab Brooklyn wird aus dem Express (der nur alle paar Stationen hält) eine lokale Linie (Local), die jede Station mitnimmt. Zudem liegt Coney Island im Südosten Brooklyns relativ weit außerhalb. Da die Bahn aber relativ bald an die Oberfläche kommt, sieht man auf der Fahrt einiges von der Gegend.

Auf Coney Island angekommen, erwarten einen auf der Straße beim Bahnhof erstmal ein paar Imbisbuden und Souvenirläden… Continue reading

Die Jefferson Market Branch Library

Bevor es zu Christopher Brosius nach Brooklyn ging, hatte ich noch Gelegenheit, kurz beim Jefferson Market Courthouse vorbeizuschauen, einem ehemaligen Gerichtshof in Greenwich Village, der mittlerweile als Filiale der NYPL dient und mit seiner wunderschönen Architektur einiges hermacht.

Jefferson Market Courthouse

Jefferson Market Courthouse

1877 fertiggestellt, wurde das Jefferson Market Courthouse zu einem der zehn schönsten Gebäude des Landes gewählt. In den 1950er Jahren, als dort schon keine Prozesse mehr geführt wurden, drohte beinahe der Abriss. Continue reading

“In the Library” – Zu Besuch beim Anti-Parfumeur aus Brooklyn

 

Wenn man den Brooklyner Stadtteil Williamsburg über die Subwaystation Bedford Avenue betritt, so wie wir das am vorvergangenen Wochenende gemacht haben, bietet sich einem erstmal ein sehr angenehmes Bild… Kleinstadtatmosphäre, viele junge Leute, Kneipen und Lokale – alles in allem ziemlich gemütlich…

Kleinstadtatmosphäre
Kleinstadtatmosphäre

Keine drei Blöcke Richtung Eastriver weiter ändert sich das Bild jedoch schlagartig. Durch immer heruntergekommenere Straßenzüge laufend, landet man schließlich in einer fast ausgestorbenen, durch Graffities und verlassene Industriegebäude dominierten und dadurch eher rau wirkenden Gegend. Continue reading

Singer’s Journal – Von Metadaten und Sourkrout

Jetzt sind die ersten beiden Praktikumswochen schon zuende und ich habe immer noch nichts von meiner Hauptaufgabe dort erzählt – das will ich hiermit nachholen… Die NYPL for the Performing Arts verfügt über eine riesige und wirklich sehr interessante Kollektion. Neben Noten, Tonträgern und Musikliteratur finden sich darunter zum Beispiel auch Briefe und Nachlässe berühmter und  weniger bekannter Persönlichkeiten, Programmhefte von New Yorker und internationalen Kulturinstitutionen, eine ganze Reihe sogenannter clippings (gesammelte Zeitungsartikel u.a.) zu allen möglichen Personen und Themenbereichen, Auktions- und Antiquarskataloge, Musikhochschulvorlesungsverzeichnisse usw. Leider sind viele dieser Bestände noch nicht recherchierbar. Jetzt könnte sich ein Praktikant natürlich einfach daran machen, Teile davon in den OPAC einzuarbeiten. Jedoch ist dies gerade nicht möglich, da die beiden OPACs LEO und NYPCAT momentan auf ihre Zusammenführung im Juni vorbereitet werden und damit „Liefersperre“ für neue Katalogeinträge herrscht. Damit auf dem Gebiet trotzdem etwas passiert und man nicht bei Null anfangen muss, wenn es soweit ist, habe ich nun die Aufgabe, Word/Excel-Listen mit den „Metadaten“ einiger dieser Bestände zu erstellen. Was im ersten Moment vielleicht ein bisschen unspannend klingt (gut, es ist manchmal auch ein bisschen monoton), ist aufgrund des Inhalts der Materialien aber meistens ziemlich interessant, denn man lernt einiges über das, was man dort vor der Nase hat. Daher… darf ich vorstellen:

Singer's Journal, gebunden

Singer's Journal, gebunden

Hier sehr ihr, gebündelt, alle 60 erschienenen Ausgaben des Singer’s Journal, welches von Henry de Marsan zwischen 1870 und 1871 in New York verlegt worden ist. Der vollständige Titel lautet „Henry de Marsan’s new comic and sentimental Singer’s Journal: Containing all the most popular Songs of the day.”

Titelblatt

Titelblatt

In der ersten Ausgabe heißt es außerdem erläuternd dazu:

“EACH NUMBER will contain about FIFTY of the Newest and most Popular Songs sung in the Concert-Rooms, Theatres and Opera-Houses of the United-States and Great-Britain.”

Beim Singer’s Journal stehen ganz klar die Liedtexte im Vordergrund. – Continue reading