Monthly Archives: February 2009

Pecha Kucha als alternative Präsentationsform?

Gestern bin ich über einen mir neuen Begriff gestolpert, als ich von Bob hörte, er habe vor Kurzem an einem Pecha Kucha teilgenommen (oder wie auch immer man das sagt^^). Dabei handelt es sich nach Wikipedia um…

“… a format that kept presentations very concise in order to encourage audience attention and increase the number of presenters within the course of one night. The Pecha Kucha format allows each presenter to narrate a slideshow that is limited to 20 images, each of which is shown for 20 seconds, for a total presentation time of 6 minutes 40 seconds. Events typically host approximately 14 presenters. […] The Pecha Kucha format has been adopted by many in the business world, especially for internal presentations, primarily as a device to limit the length of presentations, force presenters to focus their messages, reduce interruptions, and ultimately avoid “death by Powerpoint”: a result of long and often tedious PowerPoint presentations.”

Klingt ja sehr interessant. Da fallen mit spontan vor allem zwei Formate ein, die ich hier zum Teil wiedererkenne und die man auch aus dem wissenschaftlichen Betrieb schon kennt: Postersession (Kürze der Beiträge und Vielfalt an Inhalt und Meinungen in einem Event), Barcamp/Unkonferenz (Spontaneität, offenes Format). Wenn man sich Fotos von solchen Pecha Kucha Nights anguckt, liegt aufgrund des Unterhaltungswerts auch die Assoziation “Powerpoint Karaoke” sicherlich nicht fern. 😉

Gibt es solche Veranstaltungen schon im LIS-Bereich? Kennt ihr Beispiele (aus dem deutschsprachigen Raum) für die Anwendung von Pecha Kucha auf Konferenzen oder habt vielleicht sogar selbst schon einmal an einer Pecha Kucha Night teilgenommen? Sicherlich eignet sich das Format nicht für alle Themenbereiche – das gilt aber auch für Postersession, Workshop, Vortrag usw. Ich bin mir aber sicher, dass aus dem Konzept heraus interessante Synergien entstehen, die konventionelle Veranstaltungstypen auf Konferenzen bislang nicht bieten. Bleibt nur noch die Frage, in welchem Rahmen man Pecha Kucha ausprobieren könnte. Dazu würden sich denke ich am ehesten das Bibcamp, die Inetbib-Tagung und BOBCATSSS als studentische Konferenz eignen. Was haltet ihr von dem Konzept?

Praktikumsstart – ein großes Frühstück und viel Umstrukturierung

Die ersten Tage hier waren doch ziemlich anstrengend. Das habe ich spätestens vorgestern gemerkt, als ich mich nach Arbeit und Abendessen um sieben für ein kurzes Nickerchen ins Bett legen wollte und dann fast ohne Unterbrechung bis zum nächsten Morgen durchgeschlafen habe. Also habe ich doch nichts mehr gebloggt, war dafür aber wirklich gut ausgeschlafen. 😉 Hinzu kommt, dass das WLAN im Kolping House manchmal leider kaum zu gebrauchen ist, daher gestern kein weiterer Eintrag… so viel zu meiner Blogabstinenz.

Das Praktikum ist gut angelaufen. Gleich am ersten Tag kamen gegen zehn Uhr alle Mitarbeiter der New York Public Library for the Performing Arts zu einem großen staff meeting zusammen. Jeder hatte was zum Essen oder zu Trinken mitgebracht und in lockerer Atmosphäre machten sich alle erstmal ans Frühstücken, gegenseitige Austauschen von Neuigkeiten usw. Nachdem einige Mitarbeiter für ihre Dienstjubiläen ausgezeichnet worden waren und die Geburtstagskinder der letzten Monate ihr Ständchen bekommen hatten, ^^ ging es ums Alltagsgeschäft und alles Mögliche wurde angesprochen und bekanntgegeben (solche Treffen finden nur alle paar Monate statt). Das Haus steckt, wie ich in den folgenden Tagen von meinem Praktikumsbeauftragen Bob Kosovsky auch nochmal hörte, gerade in einem größeren Umbruch. Dahinter steckt eine generelle Reorganisation der New York Public Library, die auch schon seit Längerem im Gange ist. Die Hauptrolle dabei spielt eine organisatorische Zusammenführung der Research Libraries und der Branch Libraries (Überblick) unter dem neuen Label oneNYPL. Davon ist insbesondere die NYPL for the Performing Arts als eine der vier Research Libraries betroffen, da sie neben ihrer Research Collection auch die Circulating Collections beherbergt, die den Branch Libraries zugerechnet werden. Innerhalb des Hauses ist dieser Prozess ganz konkret mit dem Verlagern einzelner Abteilungen in andere Stockwerke und wahrscheinlich auch dem Verknappen von Ressourcen (Personal, Budget) verbunden. Daher steht man dem Ganzen, gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise, etwas besorgt gegenüber. Mal sehen, was ich im Laufe des Praktikums noch von den anderen Mitarbeitern dazu höre. Die Umstrukturierung macht sich zum Beispiel auch auf OPAC-Ebene bemerkbar, auf der bis Anfang Juni ein einheitliches System implementiert wird, welches die beiden bisherigen LEO (branches) und CATNYP (research) unter einer neuen Oberfläche zusammenführen soll. Und was das bei einem solch riesigen System wie dem der NYPL für einen organisatorischen Aufwand bedeutet, kann sich glaube ich jeder vorstellen. Es ist also zur Zeit eine Menge los hier. Ansonsten gab es bisher zum Kennenlernen natürlich ein paar Rundgänge durchs Haus. Meine erste Aufgabe habe ich auch schon: Ich beschäftige ich mich mit einem Singer’s Journal, das Ende des 19. Jahrhunderts in New York publiziert worden ist. Doch Näheres dazu gibt es später… jetzt ist nämlich Zeit zum Frühstücken: mein onion bagel mit olive cream cheese und ein großer Kaffee rufen… 😉

New York und das “Wow-Gefühl” des ersten Tages

Wenn man – so heißt es immer – New York das erste Mal in seinem Leben betritt, sei das ein ganz besonderer Moment, verbunden mit überwältigenden Gefühlen und einem gewissen Wow-Effekt. So saß ich denn gestern Mittag voller Vorfreude im Taxi, das mich von Newark in Richtung Manhattan brachte. Die beiden Flüge (Umsteigen in London Heathrow) waren sehr angenehm gewesen und auch die Grenzkontrolle hatte ich mir viel komplizierter vorgestellt als sie letztendlich abgelaufen war. Das Taxi war eigentlich gar kein richtiges Taxi, sondern ein Gruppenfahrservice in Form eines dicken amerikanischen Vans: Von allen drei New Yorker Flughäfen aus fahren diese blauen Super Shuttles immer gleich mehrere Personen auf einmal nach New York City und liefern diese nacheinander vor ihren Hostels und anderen Unterkünften ab. Das ist nicht nur lustiger als alleine in einem normalen Taxi zu sitzen, sondern verschafft einem gleich noch eine erste Stadtrundfahrt. Außerdem bekamen wir zur Mittagszeit einen guten Eindruck von dem zähfließenden Verkehr und der Masse an Taxis (diesmal meine ich die richtigen^^) in den Straßen der Stadt – inklusive waghalsiger Überholmanöver im Minutentakt. 😉

Doch zurück zu dem überwältigenden Gefühlen beim Einfahren in die Stadt… ich muss zugeben, dass ich davon im ersten Moment ein bisschen enttäuscht war. Natürlich freute ich mich total, als sich die Silhouetten der Wolkenkratzer nach und nach in der Ferne abzeichneten und ich von Weitem schon die ein oder andere Sehenswürdigkeit erkennen konnte. Aber irgendwie hatte ich mir das nach den ganzen Erzählungen um einiges beeindruckender vorgestellt. Im Nachhinein glaube ich, dass es an der Richtung lag, aus der ich gekommen bin. Wenn man New York nämlich über Brooklyn Bridge oder Grand Central Terminal betritt, ist das etwas ganz anderes. Davon konnte ich mich bei Letzterem am frühen Abend selbst überzeugen, denn da war es plötzlich, dieses Wow-Gefühl…

Grand Central Station

Grand Central Station

Obwohl schon seit mehr als 22 Stunden auf den Beinen und mittlerweile reichlich müde, machte ich mich von dort aus zu Fuß auf den Weg und schlenderte durch die Straßen, von dem Gefühl begeistert in New York zu sein. Und es gab bei sternklarer Nacht auch an fast jeder Ecke irgendetwas Besonderes zu sehen.

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LIS Traveler – IFLA-Blog, aufgefrischt und unter neuem Namen

Ihr habt es sicherlich schon gemerkt: Mein Blog, ehemals “sib | Québec | IFLA 2008”, trägt mittlerweile einen neuen Namen… ich habe mich entschlossen, das schöne Thema “LIS und Reisen” in den Mittelpunkt meines Blogs zu stellen, und möchte in Zukunft als LIS Traveler über meine Erfahrungen von LIS-Konferenzen und andere bibliothekarische Reiseerlebnisse berichten. Neben dem fachlichen Aspekt soll es dabei aber auch um Land und Leute gehen. Näheres zu den Hintergründen gibt es hier.

McDonald’s Imperial

Eine letzte kleine  Episode aus Porto, die ich euch nicht vorenthalten will…

McDonald's Imperial

McDonald's Imperial

Der Innenraum ist übrigens sehr schön und edel gestaltet. Aber den Adler samt “Imperial” hätten sie ruhig abmontieren können. Trägt nicht gerade zum Konzernimage bei… man stelle sich zum Beispiel auch mal sowas wie Kindergeburtstage mit Ronald McDonald in diesem Setting vor… okay, genug Assoziationen… 😉

The Sound of Porto

Bei dem ganzen Regen als Hintergrundkulisse hätte man in Porto an sich von morgens bis abends mit Coldplay, Jack Johnson, Supertramp oder den vielen anderen Bands im Ohr rumrennen können, die das kalte Nass von oben besingen… doch ich hatte zwei andere Ohrwürmer, die mich die Woche über begleiteten und sich in schöner Regelmäßigkeit die Klinke in die Hand gaben. 😉

Zum einen Somebody told me von den Killers. Interessant, was ein neues Album auslösen kann: Bislang hatte ich mich eher wenig mit den Killers beschäftigt. Dann kam Day & Age mit Human, was bei mir zum Megaohrwurm avancierte.  ^^ Irgendwann bin ich bei den alten Alben gelandet, von denen ich zur Zeit vor allem Hot Fuss hoch und runter höre…

Gegen Abend hin wurden die Killers meistens von Hard-Fi und Move on now abgelöst. Ist zwar ein relativ einfach gestalteter Song, aber der Refrain ist schon sehr einprägsam – wahrscheinlich gerade deshalb, WEIL er so häufig wiederholt wird. Auch der Rest des Albums lohnt sich übrigens sehr, neben Move on now als einziger Ballade dominiert eher normale Indie-Rock-Kost. Ihr kennt bestimmt Hard to beat vom Hören.

BOBCATSSS 2009 – Nachlese

Zurück zu BOBCATSSS… nachdem ich mich zwischen Opening und Closing Ceremony nicht weiter gemeldet habe, will ich im Folgenden mal einen kleinen Rundumschlag wagen und ein bisschen was über die Sessions und Veranstaltungen erzählen, die ich im Laufe der drei Tage besucht habe.

Day 1

Auf die Eröffnung und die Keynotes folgte am ersten Tag noch nicht allzu viel Programm. Nach dem Lunch ging es mit Session 1 “Physical, personal, digital”, dem EUCLID-Council, Teil I der Poster Session und einigen Firmenpräsentationen in die erste Runde. Ich entschied mich für die Poster Introduction, weil ich sehen wollte, was uns mit unserem Poster am dritten Tag erwarten würde. In einer solchen Introduction bekommen alle Teilnehmer der anschließenden Poster Session die Gelegenheit, vor Publikum ein paar Sätze zu ihrem Poster zu sagen. Ansich eine sehr gute Sache, weil man als Konferenzteilnehmer einen schnellen Überblick über die vorgestellten Projekte bekommt und sich schon einmal eigene Favouriten je nach persönlichen Interessen herauspicken kann.

Poster Introduction I

Poster Introduction I

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