IFLA, erste Eindrücke

Seitdem die IFLA für mich vorgestern so richtig gestartet hat, sind die Tage lang und voll. Daher komme ich kaum noch ins Internet. Bevor ich aber gar nichts schreibe, will ich wenigstens ein paar Eindrücke notizenhaft hier lassen.🙂

Der gestrige Tag war ein super Einstieg für mich, weil ich einen guten Einblick in die Arbeit verschiedener Sections bekommen habe. Nacheinander war ich bei den Standing Committees der Sections “Reference and Information Services”, “Education and Training” und “Library Services to Multicultural Populations” mit ein paar anderen Leuten als observer zu Gast. Generell herrschte eine sehr angenehme, fast familiäre  Arbeitsatmosphäre. Trotzdem war es interessant zu beobachten, wie unterschiedlich die Arbeitsweisen und Strukturen schon in diesen drei Sections war (hat zum Beispel auch viel mit der Sprachzusammensetzung der Mitglieder und dem daraus resultierenden Sprachfluss zu tun). Weitere Eindrücke in Kurzform: Es gibt immer was zu tun in den Sections🙂 ; man ist generell auf Mitgliedersuche (institutionell); Nachwuchs ist sehr willkommen; es gibt scheinbar einen starken Austausch zwischen einzelnen Sektionen; es ist einfach toll zu sehen, wie hier auf internationaler Ebene aus total unterschiedlichen Ländern miteinander zusammengearbeitet wird – gefällt mir sehr!

Sehr interessant fand ich auch das sogenannte Caucus Meeting für die deutschsprachigen Konferenzteilnehmer. Sinn und Zweck dieser Treffen ist es, Leute einer Sprache zusammenzuführen und ihnen damit gesondert die Möglichkeit zu geben, sich in ihrer Community über die Konferenz auszutauschen und auch schlicht und einfach zu sehen, wer alles aus einem Land (innerhalb eines Sprachraumes) angereist ist. So war es denn auch mit den deutschsprachigen Teilnehmern. Sehr sinnvoll war eine Runde durch den Raum, bei der jeder Anwesende die Möglichkeit hatte, über erste besuchte Sessions zu berichten oder auf ausstehende Termine und Veranstaltungen aufmerksam zu machen. Also quasi eine Art live-Newsletter.😉 Auf dieser IFLA sind die deutschen Teilnehmer übrigens stark vertreten.

wunderschöner Ausblick aus dem Kongresszentrum

wunderschöner Ausblick aus dem Kongresszentrum

Soviel zum ersten Tag. Heute ging es dann an die feierliche Eröffnung, die allerdings etwas enttäuschte.  Zwar waren einige sehr gute Reden dabei (zum Beispiel von Frau Lux), aber vor allem einige der kulturellen Beiträge wirkten nicht sehr authentisch, sondern eher künstlich. Auch die Verleihung einer Ehrendoktorwürde hatte unserer Meinung nach nicht viel in dem Programm zu suchen. Dafür durften wir viel Französisch hören, was mir persönlich gut gefallen hat, weil ich die Sprache ein bisschen beherrsche und sie sehr gerne höre – auch wenn ich bei einigen Beiträgen fast nichts verstanden habe.🙂 Damit noch zu einem anderen kleinen Kritikpunkt: Die Kopfhörer für die Simultanübersetzung konnte man nur kriegen, wenn man SEHR früh vor Ort war – danach bildete sich ein dermaßen großer Stau, dass viele Leute für die Opening Session leer ausgegangen sind.

Im weiteren Verlauf des Tages haben wir unsere drei HU-Poster auf dem Gelände der Poster Session aufgehängt, es gab noch die offizielle Eröffnung der Ausstellung (Getränke und haute cuisine in Häppchenform inklusive🙂 ) und mit der Newcomer Session eine sehr interessante Veranstaltung. Der Name sagt es schon, sie ist vor allem für Leute gedacht, die zum ersten Mal bei einer IFLA-Konferenz dabei sind. In angenehm kurzen Vorträgen bekamen wir von einer Einführung über die Struktur der IFLA über persönliche Erfahrungen aus der Sektionsarbeit bis hin zu Infos über die New Professionals Discussion Group eine bunte Mischung geboten. Tenor der Veranstaltung und Appell an die Newcomer: 1. Sprecht die Leute an, wir brauchen Nachwuchs. 2. Man profitiert ungemein von Networking und Horizonterweiterung (durch Austausch) auf Tagungen wie der IFLA.

Zum Abschluss des Tages wurde ein kleiner Kreis geschlossen… leider… denn der “Cultural Evening” knüpfte ohne Umschweife an die oben erwähnten Zwischenbeiträge aus der Opening Ceremony an. Nach einem ewig langen, mit “Conquest of Paradise” in Dauerschleife unterlegten Film, der sämtliche Klischees eines Tourismuswerbespots einlöste, und den ersten darauffolgenden Beiträgen sind wir dann kurzentschlossen gegangen, um noch ein bisschen was von dem mittlerweile wieder sehr schönen Wetter mitzukriegen. ^^

Jetzt habe ich doch ne ganze Menge geschrieben und sicherlich auch noch einiges vergessen. Fazit der ersten beiden Tage für mich ist:

  • Ich habe bereits viele Leute kennengelernt bzw am zweiten Tag wiedergetroffen.
  • Meine Erwartungen an eine “lockere” Atmosphäre (vor allem in den sections) haben sich voll erfüllt.
  • Man stößt eigentlich immer auf offene Arme und interessierte Menschen; Nachwuchs ist gefragt.
  • Ich freue mich schon sehr auf die weiteren Sessions, social events usw.!

Wünsche für die nächsten Tage:

  • Bitte dreht mal die Klimaanlage runter, damit wir nicht alle immer so frieren!🙂
  • Essen und Trinken zwischendurch, wie wir es heute schon zum Teil hatten

Und zum Abschluss noch ein Bild, was ganz gut die Atmosphäre in der Québecer Altstadt an einem lauen Sommerabend wiedergibt…

Straßenkünstler vor dem Château Frontenac

Straßenkünstler vor dem Château Frontenac

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